Zeichen für Zivilcourage

Für Tugce A.: 500 Menschen bei Mahnwache

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Mahnwache für Tugce A. in Offenbach

Offenbach - Die Anteilnahme ist groß: Rund 500 Menschen sind dem Aufruf einer Facebook-Veranstaltung gefolgt und haben an einer zweiten Mahnwache für Tugce A. in Offenbach teilgenommen. Die junge Frau liegt nach einem Angriff vor einem McDonalds-Restaurant noch immer im künstlichen Koma.

Knapp 500 Menschen beteiligten sich am Samstag an einer zweiten Mahnwache für Tugce A., um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen und die Familie in diesen schweren Tagen zu unterstützen. Die 22-jährige Studentin aus Gelnhausen war in der Nacht vom 14. auf den 15. November vor einem McDonalds-Restaurant am Kaiserlei von einem 18-Jährigen angegriffen worden. Sie liegt seitdem im künstlichen Koma und kämpft im Offenbacher Sana-Klinikum um ihr Leben. „Wir haben uns für eine zweite und größere Mahnwache entschieden, um zu zeigen, dass Zivilcourage unbedingt sein muss. Das was Tugce gemacht hat, war richtig, auch wenn sie nun dafür hart bestraft worden ist“, sagte Murat Capri, der Onkel des Opfers.

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Über Facebook riefen Verwandte und Freunde zu der zweiten Mahnwache für Tugce A. in Offenbach auf. Über 2000 Menschen hatten der Teilnahme zugesagt, rund 500 waren letztendlich gekommen. „Wir beten für Tugce A. und ihre Familie. Sie wollte nur zwei Mädchen zu Hilfe kommen, die von jungen Männern belästigt wurden. Doch ihre Zivilcourage bezahlt eine 22-jährige Studentin fast mit ihrem Leben - sie liegt jetzt im Koma. Die ganze Nation steht hinter dieser mutigen Tat!“, hieß es in der öffentlichen Veranstaltung. Diese verbreitete sich schnell im sozialen Netzwerk und erreichte rund 27.000 Personen, die eingeladen wurden. „Wir haben nicht mit soviel Zuspruch und Anteilnahme gerechnet“, bilanzierte Organisator Cem Aslantas. „Der Schmerz ist sehr groß. Dies ist heute wieder zum Ausdruck gekommen. Tugce ist deutschlandweit, wenn nicht sogar europaweit, zu einem Vorbild für Zivilcourage geworden“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Ismail Tipi. 

Das Schnellrestaurant am Kaiserlei war wegen der Mahnwache geschlossen. An der Eingangstür zeigte auch das McDonalds-Team seine Anteilnahme. Auf einem Ausdruck stand unter anderem geschrieben: „Wir bedauern den brutalen Vorfall vom Wochenende zutiefst und wünschen Tugce eine schnelle und vor allem vollständige Genesung. Unser Mitgefühl gilt in diesem Moment vor allem ihrer Familie, der wir in dieser schweren Situation viel Kraft wünschen. Unter unserem Dach arbeiten 138 Nationen friedlich zusammen. Wir verurteilen jede Art von Gewalt, insbesondere in und um unseren Restaurants.“

Mahnwache für Tugce A.

Mahnwache für Tugce A.

dr

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