Tugce-Prozess in Darmstadt

Verteidiger hält Richter Aßling für befangen

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Darmstadt/Offenbach - Im Prozess um den gewaltsamen Tod der Studentin Tugce hat die Verteidigung einen Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter gestellt.

Richter Jens Aßling habe die Ereignisse, die in dem Tat-Video vom Parkplatz in Offenbach zu sehen sind, in einem Schreiben verzerrt dargestellt, begründete Anwalt Stephan Kuhn am Freitag vor dem Landgericht Darmstadt seinen Antrag. Aßling habe die Situation unmittelbar vor dem tödlichen Schlag so beschrieben, als ob der Angeklagte Sanel M. auf Tugce zugegangen und zurückgehalten worden sei. Das Video zeige aber, dass die 22-Jährige auf Sanel M. zugegangen sei, sagte Kuhn. Oberstaatsanwalt Alexander Homm konnte den Antrag nicht nachvollziehen, Aßling sei nicht als befangen einzuschätzen. "Die Verhandlung wird bisher unvoreingenommen geführt." Über den Befangenheitsantrag entscheidet ein Mitglied einer anderen Strafkammer des Landgerichts zusammen mit den Beisitzern aus der Tugce-Kammer. Mit einem Ergebnis wurde nicht mehr für Freitag gerechnet. Prozessbeobachter gingen auch davon aus, dass der Antrag keine große Aussicht auf Erfolg haben dürfte.

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Mit der Vernehmung von Polizisten ging der Prozess gegen Sanel M. unterdessen weiter. Die Kammer hatte am siebten von zehn geplanten Verhandlungstagen insgesamt 18 Beamte geladen, aber nicht alle konnten erscheinen. Unter ihnen sind Polizisten, die den Angeklagten festgenommen haben, am Tatort waren und Vernehmungen protokollierten.

dpa

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