Turbo-Abi: Grundschule soll mitreden

Offenbach - Turboabi (G8), doch lange Schulzeit (G9) oder beide Varianten? Es wird unübersichtlich an den Gymnasien – und auch die Eltern der Kinder, die im nächsten Jahr auf eine weiterführende Schule wechseln, haben offensichtlich Probleme, den Überblick zu behalten. Von Peter Schulte-Holtey

Der Stadtelternbeirat hat mit einer Befragung an den Grundschulen begonnen, um die Stimmung zu erforschen und die weitreichenden Entscheidungen vorzubereiten. Kultusministerin Nicola Beer hatte vor wenigen Monaten für mehrere Wege zu G8 oder G9 grünes Licht gegeben. Die Gymnasien können ab nächstem Schuljahr wählen, ob sie das Abitur nach acht oder neun Jahren anbieten. In Offenbach bleiben aber zumindest alle Gymnasien im nächsten Schuljahr bei G8. An den weiterführenden Schulen in der Stadt und in den Parteien läuft die Diskussion über das Für und Wider seit Wochen indes auf Hochtouren. „Dabei wird die Diskussion in der Landesregierung nicht immer nur unter den Aspekten geführt, was gut für die Kinder ist, sondern häufig mit ideologischem Anstrich“, fasst Jürgen Rosenow, stellvertretender Vorsitzender des Stadtelternbeirats, seine Beobachtungen zusammen.

Den Schritt der Offenbacher Gymnasien, erst eine Entscheidung über den weiteren Ablauf – G8 oder G9 oder eine Mischform – im Herbst dieses Jahres vorzunehmen, begrüßt der Stadtelternbeirat. Vernachlässigt wird aus Sicht der Elternvertretung, dass die Meinung der Grundschuleltern nicht bekannt sei. „Es gibt keine Zahlen, wie die Grundschuleltern zu G8/G9 stehen. Es ist schon etwas irritierend, dass die Eltern, die mit ihren Kindern später G8 oder G9 leben müssen, im Vorfeld nicht gefragt werden“, so Rosenow.

Weiterführende Schulen in Offenbach

Weiterführende Schulen in Offenbach

Mehr Einblick in die Stimmung an den Grundschulen erhofft sich der Stadtelternbeirat von einer Befragung. „Wir sind an die Vorsitzenden der Schulelternbeiräte der Grundschulen herangetreten und haben sie gefragt, was denn die Eltern dort wünschen“, berichtet Rosenow und fügt hinzu: „Wir denken, dass wir mit den Meinungen und Wünschen der Eltern den Gymnasien im Sinne der Eltern beiseite stehen können, um eine Entscheidung auf breitem Konsens aufzubauen.“ Geplant ist, dass die Ergebnisse der Abfrage an Grundschulen Ende Mai bereitstehen.

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