CDU-Forderungen an Magistrat / Beseler: Sprechen mit MVV

Über Zukunft der EVO muss verhandelt werden

Offenbach-Post

Offenbach - (tk) Als die Stadt anno 2000 unter Oberbürgermeister Gerhard Grandke der Mannheimer MVV Energie AG Anteile der Energieversorgung Offenbach verkaufte, galt das als gutes Geschäft.

Wurden doch nicht nur etliche Millionen in den städtischen Haushalt gespült, sondern garantierte der jetzt mit einer Ein-Aktien-Mehrheit gesegnete badische Versorger den Offenbachern für einen gewissen Zeitraum auch wichtige Besitzstände wie eine dreijährige Beschäftigungsischerung und einen zehnjährigen Bestandsschutz. Damals lag das Jahr 2010 noch in weiter Ferne.

Je näher es jedoch rückt, um so drückender werden die Sorgen mancher Stadtverordneter. Immer öfter ist hinter vorgehaltener Hand Kritik an einem hauptamtlichen Magistrat zu hören, der sich angeblich nicht richtig bemühe, mit der mächtigen MVV ein für Offenbach tragbares Ergebnis zu erzielen.

Ein solches hieße besonders, dass die EVO ein eigenständiges, weiterhin mit ihrem Personal in der Stadt operierendes Unternehmen bleibt. Befürchtungen, dass dies auf dem Prüfstand steht, werden durch den Umstand genährt, dass der seit Januar amtierende neue MVV-Vorstandsvorsitzende Dr. Georg Müller eine Unternehmensberatung beauftragt hat, den Konzern mit seinen Strukturen, Geschäftsfeldern und Beteiligungen - wie eben der EVO - auf Wirtschaftlichkeit zu überprüfen.

Das auch in Koalitionskreisen vorhandene Unbehagen hat die CDU nun in die Form eines Antrags gefasst. Die Kernforderungen: Die Stadt soll sich für Erhalt und Ausbau der Regionalität der EVO aussprechen; die Stadt soll alles ablehnen, was zu einer Verlagerung von Aufgaben oder Personal führt; der Magistrat soll in Gesprächen mit der Mehrheitsgesellschafterin MVV dafür sorgen, „dass die Interessen der Stadt Offenbach entsprechend dauerhaft gewahrt bleiben“. CDU-Fraktionsvorsitzender Peter Freier: „Der Magistrat muss klar und deutlich Position beziehen.“

Stadtkämmerer Michael Beseler (SPD) nimmt den Unionsantrag betont gelassen hin: „Damit rennt die CDU offenen Türen bei mir ein, das hätte größtenteils von mir sein können.“ Aber es sei keineswegs so, dass nicht schon mit der MVV verhandelt würde. „Wir führen seit anderthalb Jahren Gespräche - die sind aber leider wegen des Wechsels an der Vorstandsspitze unterbrochen worden“, berichtet Beseler.

Der Kämmerer sieht Offenbach dabei in gar keiner schlechten Position. Schließlich sei die Stadt immer noch diejenige, die die Konzessionen für Strom-, Gas- und Wasserversorgung gegen eine Abgabe in ihre Kasse vergebe. Die Konzession der EVO für Elektrizität läuft 2019 aus, die für Gas und Wasser schon früher. Und die MVV müsse ein Interesse an einer Verlängerung haben.

„Es ist ja nicht so, dass die MVV Offenbach einfach ausplündern könnte, und es ist aber auch nicht so, dass wir zeigen müssten, wo der Hammer hängt“, beschreibt Michael Beseler ein nach seinen Worten „partnerschaftliches Verhältnis“. Über die Inhalte der Gespräche „unter erwachsenen Leuten“ möchte Beseler noch nichts sagen.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare