„Übernehme die Verantwortung“

Offenbach - (tk) Der Oberbürgermeister bevorzugte Deftiges, als er sich gestern kurz vor dem Abflug aus Cannes telefonisch meldete: „Es ist eine große Sch..., dass die Bäume auf dem Wilhelmsplatz ohne Vorankündigung und Einschaltung des Umweltamts gefällt wurden.“

Und Horst Schneider nimmt es als oberster Verantwortlicher auf seine Kappe: „Ich entschuldige mich bei allen, die jetzt entsetzt sind.“ Aber eigentlich sei es „eine unentschuldbare Geschichte“, bei einem so zentralen, auch mit Emotionen belegten Projekt die gebotenen Abstimmungen unter den Ämtern wie auch die Information der Öffentlichkeit zu versäumen. Das fehlerhafte Management schade dem beim Wilhelmsplatz gefundenen „historischen Kompromiss“.

Schneider verwahrte sich allerdings dagegen, dass mit Absicht etwas klammheimlich in die Wege geleitet worden sei. Es sei immer klar gewesen, sagte er, dass die Bepflanzung im hinteren Teil geändert werden müsse, um möglichst viele Parkplätze auf dem künftig dafür zur Verfügung stehenden Raum unterzubringen. Auf Entwürfen sei ersichtlich gewesen, dass einige Bäume aus „planerischen Zwängen“ nicht hätten stehen bleiben können.

Susanne Schöllkopf, Leiterin des Amts für Stadtplanung und Baumanagement, erklärte es gestern so: Erst nach Abgleich des Lageplans mit der realen Situation habe man festgestellt, dass der Standort einzelner Bäume nicht identisch mit der Kartierung sei. So sei es unausweichlich gewesen, anstatt von ursprünglich drei nun sieben Bäume zu entfernen. Von denen seien sechs ohnehin geschädigt gewesen. Unterdessen sickerte aus dem Rathaus durch, dass es sich schwieriger als erhofft gestaltet, einen Investor zu finden, der den Wilhelmsplatz umbaut und die Parkfläche bewirtschaftet. Q-Park, das Garagen in der Mittelseestraße und bei Kleider-Frei betreibt, habe abgesagt, andere Teilnehmer an der Ausschreibung seien zu wenig konkret. „Die Bäume sind weg, und keiner baut um“, hieß es.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare