Umbau des Kreisels in zwei Kreuzungen beginnt 2016

Das Runde wird bald zum Eckigen

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Offenbach/Frankfurt - Der Kaiserlei-Kreisel soll in zwei Kreuzungen umgebaut werden. Bereits für das nächste Jahr haben die Offenbacher Stadtverordneten eine Million Euro an Planungskosten genehmigt. Der Umbau soll 2016 beginnen und etwa zwei Jahre dauern.

Die Zeit drängt, denn der Kreisel hat nach Ansicht von Verkehrsexperten längst die Grenze seiner Belastbarkeit erreicht. Waren im Jahr 2009 noch 65.000 Autos pro Tag gezählt worden, so sind für 2020 - sollte der Umbau ausbleiben - bereits 79.000 Autos prognostiziert.

Die Planungen sehen vor, dass von und zu der A 661 neue Rampen errichtet werden, die in zwei getrennten Kreuzungen an der Strahlenbergerstraße (Ost und West) anschließen. Um- und neu zu bauen ist die bisher im Kreisverkehr angebundene Berliner Straße, die separat unter der A 661 durchgeführt wird. Die bereits auf einem Teilabschnitt zwischen Warschauer und Amsterdamer Straße teilausgebaute Kaiserleipromenade ist vollständig auszubauen und nach Westen bis zur Strahlenbergerstraße zu verlängern. Und schließlich muss die Strahlenbergerstraße zwischen der neuen Anschlussstelle zur A 661 und der Einmündung der Kaiserleipromenade ebenfalls umgestaltet werden.

Gesamtkosten in Höhe von 31,9 Millionen Euro

Inzwischen geht das Offenbacher Planungsamt von Gesamtkosten in Höhe von 31,9 Millionen Euro aus. Das Land Hessen übernimmt gemäß Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz 14,2 Millionen Euro, der Bund 7,3 Millionen, und die Anlieger der Strahlenbergerstraße sollen sich mit 2,03 Millionen an den Kosten beteiligen. Bleibt ein kommunaler Anteil von 8,4 Millionen, den aber Frankfurt übernimmt. Wieso? Weil sie zum Ausgleich Gewerbeflächen am Kaiserlei auf bislang Offenbacher Gemarkung erhielt.

Das rund 40 Hektar große, zwischen dem Main und der A661 liegende Gelände ist zweifellos ein Grenzfall: Sowohl Frankfurt als auch Offenbach haben Anteile. Den Standortvorteil an der Verkehrsdrehscheibe von Ost nach West und Süd nach Nord wollen die Kommunen nutzen, um Unternehmen anzulocken. Die Nähe zur Europäischen Zentralbank auf der anderen Mainseite gilt ebenfalls als Pluspunkt. Für Offenbach hat das Kaiserleigebiet also ein enormes Potenzial. „Es kann mit Recht als wichtigste städtische Entwicklungsfläche bezeichnet werden“, so Offenbachs Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD). „Für uns hat der Rückbau des Kreisels deshalb oberste Priorität, und wir freuen uns, dass wir hier jetzt einen entscheidenden Schritt nach vorne gehen.“

Ein wenig getrübt wird die Freude allerdings durch die Diskussion um eine Multifunktionshalle, die Frankfurt von einem Investor im Kaiserlei bauen lassen will. Der ist zwar noch nicht in Sicht, Frankfurt hat sich aber schon das dafür benötigte Offenbacher Gelände gesichert. Diese Option hatte die Lederstadt bis Ende des Jahres eingeräumt. Ob und wie die Hallenpläne die Verkehrsprognosen und damit den Umbau des Kreisels beeinflussen, ist bislang noch unklar. 

cz/mad

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