Umbau des Stadthofs

Podest soll Platanen schützen

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Der Umbau des Stadthofs ist im Zeitplan. Bei den verärgerten Geschäftsleuten wird der Geduldsfaden indes immer dünner. Eine Überraschung hielten bestehende Bäume für die Planer bereit.

Offenbach - Der Umbau des Stadthofs ist im Zeitplan. Bei den verärgerten Geschäftsleuten wird der Geduldsfaden indes immer dünner. Eine Überraschung hielten bestehende Bäume für die Planer bereit. Von Matthias Dahmer

Es ist ein ewiger Spagat: Notwendige und allgemein als wünschenswert erachtete Baumaßnahmen, in der Innenstadt zumal, sorgen für verständlichen Ärger bei jenen, die unmittelbar betroffen sind. Stadthof, Mittwochabend: Die Fachleute aus dem Rathaus haben zum Baustellenrundgang geladen, wollen zum Stand der Dinge informieren. Doch es schlägt zunächst die Stunde des Günter Domogalla. Nachdem Sigrid Pietzsch vom Amt für Stadtplanung dem knappen Dutzend und damit viel zu wenigen Anwesenden kurz erläutert hat, worum es geht, legt der Pächter des Rathaus-Cafés los:

Seit 13 Monaten müsse er schon die Baustelle ertragen, sein Umsatz sei um mehr als die Hälfte eingebrochen. „Wir gehen alle vor die Hunde“, sagt Domogalla und ist sich der Zustimmung zweier weiterer Geschäftsleute sicher, die ihre Läden ebenfalls am Stadthof haben. Was den Café-Betreiber besonders ärgert: Von den politisch Verantwortlichen aus dem Rathaus habe sich in der ganzen Zeit niemand bei ihm blicken lassen. Immerhin sei das Verhältnis zu den Mitarbeitern in den Fachämtern, wie etwa zu Stadthof-Projektleiter Michael Becker, gut, räumt der aufgebrachte Gastronom ein.

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Stadthofumbau bis September

Besagter Projektleiter versucht im Zusammenspiel mit Amtsleiter Markus Eichberger die Temperatur bei den Betroffenen herunterzukühlen. Der rund 2,7 Millionen Euro teure Stadthof-Umbau, lautet ihre zentrale Botschaft, ist im Zeitplan. Bis Ende September werden die Bauarbeiten fertig sein. Lediglich Bepflanzung, Beleuchtung und Bänke müssen bis in den Oktober hinein warten. Kurz vorm Ortstermin am Mittwoch ist der Stadthof zur Frankfurter Straße hin aufgemacht worden, das sei ursprünglich erst für nächste Woche vorgesehen gewesen, betonen die städtischen Planer. Der Zugang zum Rathaus-Südeingang wird indes noch bis Mitte September verwehrt sein. Grund ist der Einbau der mehrere Tonnen schweren Betonteile für die Wasserbecken unmittelbar am Verwaltungsbau. Erst danach können die Platten verlegt und der Eingang freigegeben werden.

Noch einige Probleme

Echte Sorgen haben den Planern die fünf großen Platanen gemacht, die am Rathaus-Café entlang Richtung Herrnstraße Schatten und herunterrieselndes Grün spenden. Nach vollständiger Freilegung der Wurzeln hat sich gezeigt, dass diese flacher verlaufen als gedacht. Folge: Die neuen Platten können nicht wie vorgesehen verlegt werden. Um die Wurzeln zu schützen, wird nun auf ganzer Länge eine Erhöhung, eine Art kleines Podest, gebaut. Die Mehrkosten von rund 15.000 Euro sollen unter anderem durch weniger aufwändigen Baumschutz in Höhe des Spielplatzes am Bürgerbüro wieder reingeholt werden.

Auch darüber kann Günter Domagalla nur mit dem Kopf schütteln: Seit 2011 sei die Erde rund um die Platanen viermal aufgebuddelt worden. Das man erst jetzt erkannt haben will, wie das Wurzelwerk beschaffen ist, kann er kaum glauben. Sein Vorschlag: Platanen weg und die gleichen fünf Hainbuchen in Reihe pflanzen, die auch zwischen ADAC und Polizeiladen geplant sind. „Gesunde Bäume beseitigen – das dürfen wir nicht mal denken“, meint Sigrid Pietzsch am Rande der Begehung.

Einen Sonderfall in Sachen Stadthof-Umbau stellt der Abschnitt in Höhe der Stadtkirche dar. Weil dort, auf dem Areal zwischen Herrnstraße und ehemaligen Schachbrett, ein privater Investor ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet, muss die Sanierung der öffentlichen Fläche noch warten. Im Spätsommer werden die Bauarbeiten für das Gebäude starten, ein Jahr später soll der Neubau stehen.

Bierfest auf dem Stadthof (2010)

Bierfest auf dem Stadthof

Der Durchgang von der Herrnstraße zum Stadthof bleibt auf einer Breite von etwa 6,50 Metern gewährleistet, zerstreuen die städtischen Planer Befürchtungen, der für die Geschäfte am Stadthof wichtige Laufweg müsse erneut dicht gemacht werden. Ersparen können sie insbesondere Café-Betreiber Domogalla aber nicht, dass die Baustelle für den Neubau mit Kran und weiterem Gerät in seiner Nähe eingerichtet wird. Auf dem Hugenottenplatz, sagt Amtsleiter Eichberger sei das nicht möglich. Zum einen wegen der darunter liegenden Tiefgarage. Zum anderen, weil dann die Herrnstraße mit Baugeräten gequert werden müsse.

Noch offen ist bislang, wo das beliebte Bierfest stattfinden soll. Man sei in Gesprächen mit den Organisatoren, berichtet Stadthof-Projektleiter Becker. Möglichweise müsse das Fest wegen der ausstehenden Restarbeiten am Stadthof nochmal in Richtung Aliceplatz verlegt werden.

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