Umgestaltung angepeilt

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Aus Sand Bilder herstellen - auch das wurde am Samstag in der Fröbelschule geübt.

Offenbach (lis) ‐ Zugführer, Regisseur oder Reporter. Das stellt sich Tobias als Traumberuf vor. Erfahrungen hat er bereits gesammelt. Der 11-Jährige aus der 5. Kursstufe der Fröbelschule hat im Kindermuseum in Frankfurt schon mal im Simulator einen französischen Hochgeschwindigkeitszug TGV gelenkt.

Und während einer Projektwoche hat er als Reporter Leute zu ihren Lieblingsplätzen interviewt und anschließend dem dabei von Klassenkameraden gedrehten Video über Offenbach den richtigen Schnitt verpasst.

Einen Film zu produzieren war eines von mehreren Projekten, die unter dem Thema „Super Offenbach“ im vergangenen Schuljahr an der Fröbelschule in klassenübergreifenden Gruppen bearbeitet wurden. Die Ergebnisse präsentierte die Schule für Praktisch Bildbare beim Tag der offenen Tür am Samstag.

In Bildern festgehalten war etwa das Projekt „Hunde in Offenbach“. Das schilderte Ausflüge und Spaziergänge mit Vierbeinern und Besuche im Tierheim. Eine andere Gruppe hatte mit Sand und bunten Gegenständen experimentiert und daraus mehrdimensionale Bilder gestaltet. Ein Projekt befasste sich mit den Erfahrungen bei einer Fahrt mit dem Rollstuhl durch Offenbach. Ein nicht zu bewältigendes Abenteuer erlebten die Schüler dabei am Hauptbahnhof: Der Zugang zu den Gleisen ist nur über die für Rolli-Fahrer unüberwindliche Treppen zu erreichen. Ein ähnliches Problem gab es für die Schüler am Rathaus: Zwar führt eine Rampe hinein, doch die ist für jugendliche Muskeln zu steil, um sie mit eigenen Kräften zu bewältigen.

Schulleiter Reinhard Brand ist fast verzweifelt

Etliche der insgesamt 98 geistig und teils zusätzlich körperlich behinderten Schüler im Alter zwischen 6 und 18 Jahren zeigten ihr musikalisches und sportliches Können. Sehr geschickt in der Bewegung auf zwei Rädern präsentierten sich Kinder und Jugendlich beim Parcours mit dem Rollstuhl.

Unter der Regie des Pädagogen und Vorsitzenden des Fördervereins Fröbelschule Thomas Kühn versetzte die Fröbel-Combo mit ihren Percussionsinstrumenten die Zuhörer in fröhliche Stimmung.

Trotz der gelungenen Party: Der Zustand des teilweise einer grasbewachsenen Ödnis gleichenden Innenhofs und einstigen Schulgartens lässt Schulleiter Reinhard Brand fast verzweifeln. Seit der Schulhof durch die Abgabe eines Teils des Geländes an die benachbarte Kita 15 an Fläche verlor und vor drei Jahren auch noch eine Spiellandschaft aus sicherheitstechnischen Gründen abgerissen wurde, inspiriert der Hof nicht mehr zu sinnvoller und abwechslungsreicher Bewegung und effektivem Unterricht im Freien. „Es mangelt nicht nur an Geld, sondern auch politischen Willen, daran etwas zu ändern“, empört sich Brand. „Eine Neugestaltung käme nicht nur der Schule zugute, sondern auch dem Kindergarten.“ Mit einem Flyer wirbt Brand um Sponsoren. 40 000 Euro hat er bereits akquiriert. Doch für die Umsetzung der Pläne für die Gestaltung des Hofes fehlen immer noch 110 000 Euro.

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