Fertigstellung erst im April 2021?

Umgestaltung des Marktplatzes: Zeitplan nicht zu halten

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So soll der umgebaute Marktplatz nach der Fertigstellung im April 2021 aussehen. Die Fahrbahn wird deutlich schmaler, die Gehfläche dafür breiter. Der Asphalt wird in einer einheitlichen Farbe gehalten, durch Absenken der Bordsteine soll wieder der Charakter eines Platzes entstehen. 

Offenbach - Viele Großbauprojekte haben eines gemeinsam: Die geplante Bauzeit verlängert sich. Das gilt auch für die Umgestaltung des Marktplatzes. Ursprünglich sollte die Fertigstellung im April 2020 sein, mittlerweile ist aber von April 2021 die Rede. Grund sind zusätzliche Änderungen bei Versorgungsleitungen. Von Steffen Müller

Dass eine Kanalisation bei Bauvorhaben in Offenbach für Verzögerungen sorgt, ist nicht neu. Weil niemand genau wusste, was sich im Untergrund befand, dauerte 2016 die Sanierung von 140 Metern Kaiserstraße fünf Monate länger als geplant. Beim Marktplatz-Umbau sind es keine unvorhersehbaren Schwierigkeiten, sondern zu spät eingebrachte Änderungswünsche wie die nach Starkstromleitungen, die die Umgestaltung um zwölf Monate verlängert. Die Schuld tragen also nicht nur die Stadt oder das Planungsbüro. Strom-, Wasser-, Gas- und Telekommunikationsversorger, die unter dem Marktplatz ihre Leitungen liegen haben, wurden in den vergangenen Monaten kontaktiert, ob sie bei den Arbeiten am Kanalnetz Änderungswünsche haben. Einige Rückmeldungen kamen erst sehr spät, erläutert Stadtsprecher Fabian El Cheikh, sodass bis zuletzt noch zusätzliche Maßnahmen in das gesamte Bauvorhaben integriert werden mussten. Zudem werden Arbeiten aufwendiger als geplant. Etwa muss unter der nördlichen Bieberer Straße die Grundwasserleitung komplett erneuert werden.

Das nördliche Ende der Bieberer wird grundlegend saniert. Eine Neuerung: Fahrräder dürfen gegen die Einbahnstraße fahren.

Somit verlängert sich die reine Bauzeit von 25 auf 34 Monate. Aufgrund der Nachbesserung der Pläne wird es auch nicht wie vorgesehen Ende März, sondern Mitte Juli dieses Jahres losgehen. An den Kosten von 5,1 Millionen Euro soll sich hingegen nichts ändern. „Die Firmen sollen sich an diesen Rahmen halten“, sagt El Cheikh. Nicht auszuschließen ist aber, dass durch weitere unvorhersehbare Verzögerungen während der Bauzeit höhere Personalkosten entstehen.

Offizieller Baubeginn ist am 16. Juli, bereits im Juni werden die Energie Netze Offenbach (ENO) erste Vorarbeiten leisten. Busse, die von der Waldstraße kommen, können dann schon nicht mehr über den Marktplatz Richtung Berliner Straße fahren, sondern halten in der Bieberer Straße. Die Planung sieht insgesamt zwölf Bauphasen vor. Durch klein gehaltene Wanderbaustellen kann der Verkehr während der ganzen Umgestaltung fließen. Nur einige Bushaltestellen müssen temporär verlegt werden.

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In den ersten drei Bauphasen wird die Fahrbahn des Marktplatzes zwischen Berliner und Bieberer erneuert. Die Spuren werden deutlich schmaler – von 10 auf 6,80 Meter. Ab der vierten Phase, die im Mai 2019 beginnt, fahren die Busse am Marktplatz wieder normal. Dafür können sie nicht mehr in die Bieberer Straße abbiegen. Dort wird bis Juni 2020 ebenfalls die Fahrbahn kleiner und die Gehfläche breiter. Abschnittsweise Sperrungen sind hier unvermeidlich. Der Wilhelmsplatz wird aber jederzeit mit dem Auto erreichbar sein, da die Bieberer zwischen Großem Biergrund und Wilhelmsplatz auch Richtung Westen durchfahren werden kann. Diese geänderte Straßenführung wird nach dem Umbau Bestand haben.

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Mit Abschluss dieser Bauphase ändert sich auch die Verkehrsführung am Wilhelmsplatz. Fortan werden beide Seitenstraßen nur noch von Norden nach Süden befahrbar sein. Um den Platz zu kreisen ist dann nicht mehr möglich. In den letzten Bauabschnitten geht es zurück an den Marktplatz. Dort werden die Fußgängerbereiche erneuert, die Bordsteine abgesenkt, neue LED-Laternen und mehr Sitzgelegenheiten installiert.

Um Anwohner und Anlieger über die einzelnen Bauphasen zu informieren und auch Beschwerden entgegenzunehmen, hat die Offenbacher Stadtinformationsgesellschaft (OSG) ein sogenanntes Baustellenmarketing eingerichtet. Mit Flyern, Plakaten oder Wegweisern soll Transparenz geschaffen werden, über einen Newsletter gibt es alle wichtigen Änderungen per E-Mail. Zusätzlich wurde die Stelle der „Anliegerbeauftragten“ geschaffen. Als Ansprechpartnerin und Vermittlerin fungiert Nihad Moufadil.

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