Der neue Immobilienbericht

Umsatz runter, Preise hoch

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Die Kurve zeigt die Entwicklung der Quadratmeterpreise für unbebaute Eigenheimgrundstücke.

Offenbach - Die Tendenz zeigt zwar im Vergleich von 2012 zu 2013 nach unten. Doch von einem Einbruch auf dem Offenbacher Immobilienmarkt kann keine Rede sein. Von T. Kirstein 

Zum einen war 2012 ein noch nie dagewesenes Rekordjahr, zum anderen deuten die Zahlen fürs erste Halbjahr 2014 einen erneuten Boom an. Möglicherweise greifen viele Käufer zu, bevor in Hessen die Grunderwerbssteuer steigt. Oberbürgermeister Horst Schneider wertet den Immobilienmarktbericht 2014 (für das Jahr 2013) des städtischen Gutachterausschusses denn auch als Beleg für eine gute Entwicklung Offenbachs auf dem Wohnsektor: „Eine Brache nach der anderen wird geschlossen, besonders freut mich, dass das innerstädtische Wohnen wieder gefragt ist.“ Die meisten Verträge wurden für Objekte in der Kernstadt Offenbach abgeschlossen, es folgt die Gemarkung Bürgel.

Übersicht der Quadratmeterpreise im Rhein-Main-Gebiet.

Kehrseite der Medaille: Die Nachfrage lässt die Preise sprunghaft steigen, nachdem sie ab 2009, damals zur Freude des Oberbürgermeisters, unter 400 Euro gerutscht waren. Kostete der unbebaute Quadratmeter für Eigenheime und Geschosswohnungsbau 2012 im Schnitt noch 370 Euro, waren es 2013 bereits 420 Euro. Durchweg gestiegen sind auch die Preise für bebaute Grundstücke und Eigentumswohnungen. So kostete eine neue Eigentumswohnung 2013 im Mittel 2530 Euro/m². Etagen-Eigentum im Hafen ist 1000 Euro/m² teurer. Auf den meisten der bebauten Grundstücke, die 2013 verkauft wurden, stehen Ein- und Zweifamilienhäuser. Für alle Eigenheime sind die Preise kräftig gestiegen. So kostet im Mittel

  • 420.000 Euro ein Einfamilienhaus (Baujahr 1961 - 1990, 755 m² Grundstück, 182 m² Wohnfläche)
  • 276.000 bis 343 000 Euro ältere Baujahre
  • 400.000 Euro ein Neubau (340 m², 156 m²)
  • 281.000 Euro ein Reihen- oder Doppelhaus (1961 - 1990, 198 m², 116 m²)
  • 342.000 Euro ein Reihen- oder Doppelhausneubau (259 m², 156 m²).

„So viel unbebaute Fläche gibt’s hier nicht mehr“, sagt Ausschussvorsitzende und Vermessungsamtschefin Cornelia Jokisch zum 50-prozentigen Rückgang beim gesamten Flächenumsatz (unbebaute Areale gingen um 25 Prozent besser). Die 36,3 Hektar, ein Prozent des Stadtgebiets, die 2013 die Besitzer wechselten, liegen aber immer noch überm Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Das gilt auch für den um 30 Prozent verminderten Geldumsatz: Immobilienverträge für insgesamt 290,4 Millionen protokollierten die Notare 2013. Die Summe ergibt sich aus 1004 Verträgen, 2012 waren es 1305. 561 Eigentumswohnungen wurden im vergangenen Jahr in Offenbach gekauft. 67 Prozent davon sind Wiederverkäufe, 29 Prozent Erstverkäufe nach Neubau. Hier ist gegenüber 2012 ein Plus von 15 Prozent zu verzeichnen. Der OB wertet das als Zeichen, dass es nach Jahre des Stillstands mit dem Bau von Eigentums- und Mietwohnungen wieder nach oben geht. Er nennt die Areale Luisenhof, ehemaliges Friedelgelände und Hafen.

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Die Hälfte der Immobilienkäufer 2013 Jahres sind Offenbacher, die Wohneigentum erwerben wollten – der Erwerb als Renditeobjekt spielt in der Stadt noch keine größere Rolle. Der Rest sind überwiegend Frankfurter und Kreisbewohner, aber auch Menschen von weiter her. „Erstaunlich viele Berliner sind dabei“, weiß Claudia Vogel, die den Immobilienbericht redigiert hat. Sie schließt einen Zusammenhang mit der Europäischen Zentralbank nicht aus.

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