Die Umwandlung beginnt

Bieber - (tm) Lange hat die Stadt darum gekämpft, trotz vieler Niederlagen aber die Hoffnung nicht aufgegeben. Nun kann der Erfolg des steten Beharrens gefeiert werden: Mit Schreiben vom 18. Mai an den Magistrat der Stadt Offenbach hat die Hessische Kultusministerin Dorothea Henzler der Umwandlung der Geschwister-Scholl-Schule in eine Integrierte Gesamtschule zum Schuljahr 2009/10 zugestimmt.

Am Freitag, 19. Juni, wird Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß den Bescheid offiziell der Schulleiterin Fanni Lange-Mülot übergeben. Mitfeiern werden diesen Termin Dr. Peter Bieniussa, stellvertretender Leiter des Staatlichen Schulamts, Thomas Löhr, Leiter des Stadtschulamts, sowie die Vorsitzenden des Schulelternbeirats und des Fördervereins.

Die Geschwister-Scholl-Schule hat die Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) im Jahr 2004 beantragt. Diese Entscheidung wurde von der Parlamentsversammlung per Beschluss unterstützt. Im Februar 2006 wurde der Antrag vom Hessischen Kultusministerium (HKM) zunächst zurückgestellt und dann im Februar 2007 ablehnt.

Nach Intervention des Offenbacher Schuldezernenten Paul-Gerhard Weiß sagte der ehemalige Kultusminister Jürgen Banzer wegen der veränderten Rahmenbedingungen eine nochmalige Prüfung des Anliegens zu, wenn die Stadt den Schulentwicklungsplan entsprechend aktualisiere. Diese Fortschreibung wurde Ende 2008 vorgelegt. Mit Schreiben vom 18. Mai wurde der so genannten „5. Änderung und Ergänzung des Schulentwicklungsplans 2000, Umwandlung der Geschwister-Scholl-Schule in eine integrierte Gesamtschule“ seitens des Kultusministeriums zugestimmt.

Stadtrat Weiß: „Ich freue mich sehr, dass die Kultusministerin ihre Zustimmung zur Umwandlung der Geschwister-Scholl-Schule in eine integrierte Gesamtschule erteilt hat. Wir werden damit zukünftig dem Elternwunsch nach dieser Schulform in Offenbach besser Rechnung tragen können. Ich bin mir sicher, dass die Geschwister-Scholl-Schule diese pädagogische Chance nutzen wird - die Attraktivität der Schule wird steigen.“

Die Schule sieht in dem pädagogischen IGS-Konzept einen Weg, um sich weiterzuentwickeln und um ihre Attraktivität zu steigern. Die Nachfrage nach den Plätzen in einer Integrierten Gesamtschule ist in Offenbach hoch. Jährlich muss ein entsprechender Antrag von mehr als hundert Jungen und Mädchen abgelehnt werden. Sie werden auf andere weiterführende Schulen verteilt.

In Offenbach stellt sich eine besondere pädagogische Herausforderung. Der Anteil von Schülern im Alter von sechs bis 16 Jahren mit Migrationshintergrund liegt bei über 50 Prozent. Das pädagogische Konzept einer IGS ist für diese Gruppe besonders geeignet. Mit der Ausweisung einer Integrierten Gesamtschule werden die Gymnasien entlastet. Grundsätzlich ist auch in Offenbach die Nachfrage nach der gymnasialen Schulform hoch. Manche Eltern und Schüler wählen eine IGS, um die Verkürzung der Gymnasialzeit auf acht Jahre zu umgehen, da der Übergang erst nach der 10. Klasse stattfindet. Die neue Geschwister-Scholl-Gesamtschule kann einen Teil dieser Nachfrage befriedigen.

Gegner der Umwandlung hatten immer wieder argumentiert, dass dies ein substanzieller Eingriff in das Bildungsangebot der Stadt sei. Die „Überlebensfähigkeit“ der verbleibenden drei Haupt- und Realschulen (Mathilden-, Ernst-Reuter- und Bachschule) werde so gefährdet. Seitens der Stadt wurde dieser Argumentation entgegengehalten, dass Mathilden- und Ernst-Reuter-Schule mit ihren eigenen Grundschulzweigen über eine breite Basis verfügten. Die Bachschule wird in Zukunft, wie bisher die Geschwister-Scholl-Schule, die Jungen und Mädchen aufnehmen, die keinen IGS-Platz erhalten.

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