Umzug zum Jahreswechsel

Offenbach - Noch 330 Tage: Der Countdown für die Fertigstellung des Klinik-Neubaus läuft

(mcr) Abwärtszählen ist der Chefetage des Offenbacher Rathauses üblicherweise eine Pflichtübung der unangenehmen Sorte. Kaum ist Geld da, ist es auch schon wieder weg. Vor diesem Erfahrungswert müssen Oberbürgermeister Horst Schneider und Stadtkämmerer Michael Beseler den Countdown, den sie gestern starteten, als erholsame, wenn nicht sogar heilsame Abwechslung empfinden: Noch 331 Tage bis zur Eröffnung des neuen Zentralgebäudes des Klinikums Offenbach. Heute noch 330.

Klinik-Chef Hans-Ulrich Schmidt nannte den 19. Dezember als offiziellen Startschuss-Termin für den Umzug der ersten Patienten vom alten ins neue Zentralgebäude. Monate vorher, vermutlich im Juli, soll der Komplex baulich soweit sein, dass mit der technischen Ausstattung begonnen werden kann.

Zum Durchatmen werden die Planer und Entscheider allerdings auch in den nächsten Jahren nicht kommen. Auf dem mit 107 000 Quadratmetern größten zusammenhängenden Areal Offenbachs entsteht bekanntlich an allen Ecken und Enden Neues. Und verschwinden muss auch einiges. Der Abriss des alten Zentralgebäudes alleine wird vermutlich ab Sommer 2010 mindestens ein Jahr Zeit, rund acht Millionen Euro und viele Nerven kosten. Bevor es fällt, muss das Hochhaus ausgeräumt und entkernt werden. Dass dabei Material auftaucht, das nach heutigem Wissensstand kein Krankenhaus mehr verbauen dürfte, ist wahrscheinlich. „Wir wissen noch nicht, was drin ist“, sagt Beseler.

Nicht überraschen lassen müssen sich Planer und Entscheider an anderen Schauplätzen des gigantischen Projekts. In dieser Woche hat der Magistrat mit dem Bebauungsplan 631 - „Klinikum - Umstrukturierung Zentraler Bereich“ - die planungsrechtlichen Weichen für ein 2,2 Hektar großes Areal innerhalb der Klinik-Grenzen gestellt. Sobald das Hochhaus weg ist, soll zwischen dem künftig möglicherweise Verwaltungsaufgaben zugedachten historischen Klinikgebäude im Norden, dem neuen Zentralgebäude im Osten und der Haupteinfahrt an der Sprendlinger Landstraße eine „Neue Mitte“ getaufte Parkanlage Patienten, Besuchern und Personal Raum zum Bummeln bieten und den oft beklagten Freiflächenmangel beseitigen. Das große Karree wird auch die Verbindungs- und Verteilerfunktion für das gesamte Krankenhaus übernehmen. Außerdem bleiben, zwischen dem Grün und den Ersatzneubauten für Psychiatrie und Psychotherapie, 5 000 Quadratmeter für sogenannte „klinikaffine Nutzungen“. Schmidt hat bereits Interesse für ein Facharztzentrum und ein Sanitätshaus registriert.

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