...und es werde neues Licht in Offenbach

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LED-Leuchten sollen die Wege Offenbachs künftig ausleuchten.

Offenbach - In einem gemeinsamen Pilotprojekt wollen die Energieversorgung Offenbach (EVO) und die Stadt in den kommenden dunklen Monaten den Einsatz von sogenannten LED-Leuchten testen (LED steht für Light Emitting Diode, Licht aussendende Diode). Von Thomas Meier

Dazu hat die EVO in den vergangenen sechs Wochen an acht Standorten im Stadtgebiet jeweils vier LED-Leuchten verschiedener Hersteller montiert, ein neunter soll bald folgen. „Bei unserem Feldversuch vergleichen wir erstmals LED-Lampen mit herkömmlichen Leuchten unter realen Bedingungen“, erklärte gestern Dr. Kurt Hunsänger, technischer Vorstand der EVO, am LED-Standort Mathildenplatz.

LEDs sollen künftig die Wege Offenbachs ausleuchten. Das wollen zumindest EVO und die Stadt austesten.

Die Energieversorger prüfen dabei sowohl Straßenleuchten als auch dekorative Lampen für repräsentative Plätze und Gebäude. So wird einerseits die gesamte Bandbreite der momentan verfügbaren LED-Lichttechnik abgedeckt. Ferner will man Informationen sammeln: „Wir wollen sehen, ob LED für unsere Stadt eine Beleuchtungstechnik der Zukunft ist“, sagte Oberbürgermeister Horst Schneider.

Auf den Internetseiten der EVO können die neuen Leuchten beurteilt werden können. Aus den Ergebnissen will die EVO im Frühjahr Empfehlungen für die Stadt zur möglichen Installation von LED-Leuchten in den kommenden Jahren ableiten.

Ziel des Pilotprojektes ist auch, den Stromverbrauch der LED-Leuchten sowie ihre Lebensdauer und ihren Wartungszustand zu ermitteln. Von beidem erhoffen sich die Verantwortlichen auf Dauer Ersparnisse. Von den 20.000 Leuchten in Offenbach sind derzeit rund 13.000 energieaufwändige Quecksilberdampfleuchten und 7.000 Natriumdampfhochdrucklampen. Letztere verbrauchen zwar ähnlich wenig Strom wie LED-Lampen, sind jedoch wesentlich wartungsintensiver. Auch ist die Lebensdauer einer LED-Lampe rund viermal länger als Natrium-Leuchten, die etwa alle vier Jahre ausgetauscht werden müssen. Über 50.000 Stunden leuchte eine LED-Lampe mindestens, sagt Hunsänger, das rechne sich auf Dauer.

Sie setzen auf moderne LED-Technik bei der Straßenbeleuchtung (von links): Oberbürgermeister Horst Schneider, Susanne Schöllkopf und Dr. Kurt Hunsänger.

Susanne Schöllkopf, Leiterin des Offenbacher Amts für Stadtplanung und Baumanagement, hofft auf Einsparpotenziale. Rund 1,3 Millionen Euro Stromkosten gibt die Stadt pro Jahr für die Verkehrsbeleuchtung aus. Auch will die Stadt die Erfahrungen von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern zusammentragen. Dabei sollen für die Verkehrssicherheit wichtige Daten zur Wahrnehmung von Helligkeits- und Farbkontrasten der LED-Lichtquellen gewonnen werden.

Die Installation einer Lampe auf dem Mathildenplatz kostete rund 4 000 Euro. Darin enthalten sind Anschaffung und Tiefbauarbeiten. Zwischen 600 und 1600 Euro müssen für die LED-Leuchtköpfe bezahlt werden, die derzeit in Offenbach in der Erprobung sind. Die nobelsten (und teuersten) Leuchten erhellen derzeit die Herrnstraße zwischen Stadtbibliothek und Büsingpalais.

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