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Offenbach: Unerklärliches Massensterben im Schultheis-Weiher - Sofortiges Badeverbot

Fischsterben Schultheis-Weiher Helfer der Angelsportvereine
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Fischsterben am Schultheis-Weiher: Während die Helfer der Angelsportvereine tote und lebende Tiere aus dem Wasser holen, sorgt die Feuerwehr mittels Sprühstrahl für eine Sauerstoffzufuhr.

Im Offenbacher Schultheis-Weiher kommt es zu einem Fischsterben. Die Suche nach der Ursache läuft.

Offenbach - Der Offenbacher Schultheis-Weiher sorgt für Schlagzeilen. In diesem Fall sind’s wieder einmal negative. Gestern Mittag rücken Freiwillige Feuerwehr, Angelsportvereine, Stadtservice und Umweltamt nach Bürgel aus, um tote Fische zu beseitigen. Massenweise. Über die Gründe des Fischsterbens lässt sich aktuell nicht einmal spekulieren. „Das müssen wir später analysieren. Jetzt heißt es erst einmal aufräumen“, so Umweltamtsleiterin Heike Hollerbach, die sich am Nachmittag umgehend ins Naturschutzgebiet begibt.

Fest steht: Die Alarm-Kette funktioniert. Bereits am Morgen haben Erholungssuchende und Spaziergänger gemeldet, dass Fische auf dem See treiben. Auch der Anruf beim Autor dieser Zeilen bleibt nicht aus: „Kümmert euch...“ Das geht natürlich nur in Form eines Berichts – alles andere erledigen die Fachleute. Mitglieder der Angelsportvereine sind da schon am Ufer mit Keschern unterwegs. Sie holen die verendeten Tiere an Land. Später soll’s mit dem Boot weiter raus auf die ehemalige Kiesgrube gehen.

Tote Fisch am Ufer des Schultheis-Weihers.

Offenbach: Was die Fisch-Population dezimiert hat, ist unklar

Was die Population dezimiert hat, bleibt gestern offen. Krankheit? Vergiftung? Sauerstoffmangel? In seltenen Fällen sollen auch starke Schwankungen der Wassertemperatur die Ursache für Fischsterben sein. Die aktuellen (monatlichen) Messergebnisse, die das Hessische Landesamt für Naturschutz auf seiner Homepage veröffentlicht, geben keinen Hinweis. Gelistet sind dort nur Kolibakterien und Enterokokken. Ein Indiz könnte die Wassertemperatur sein: Von 14 Grad Celsius (27. April, 12. Mai) klettert diese über 22 Grad Celsius (1. Juni) auf 25 Grad Celsius (22. Juni).

Derweil sorgen Feuerwehrleute für Sauerstoff-Zufuhr. Sie ziehen Wasser an und schießen es mittels Sprühstrahl zurück in den Schultheis. Diskutiert wird, ob ein mobiler Belüfter hilft. Abends kommen Mitglieder des Technischen Hilfswerks hinzu. Dr. Patrick Slattery hat seitens des Offenbacher Umweltamtes die Leitung und Koordination.

Wasser Marsch: Mittels Sprühstrahl soll der Sauerstoff-Gehalt erhöht werden.

Umweltamt Offenbach erlässt vorsorglich Badeverbot für Schultheis-Weiher

Eingebunden sind verschiedene Behörden: Obere Fischereibehörde und die Obere Naturschutzbehörde des RP Darmstadt, Stadtgesundheitsamt und Landesamt für Naturschutz. Das Institut für Hygiene und Umwelt ist beauftragt, eine Seewasserprobe zu nehmen. Die ermittelt pH-Wert, Chlorophyll zur Bestimmung der Blaualgen, Nitrat-, Nitrit- und Ammonium-Gehalt. Sauerstoff könne nicht gemessen werden, die vorhandene Sonde sei defekt, lautet die Einschränkung am Nachmittag.

„Die Fische werden eingesammelt, die toten in einem ESO-Container verwahrt, die lebend geborgenen gehen an die Angelvereine“, gibt Umweltamtschefin Heike Hollerbach einen Zwischenbericht. In Abstimmung mit dem Stadtgesundheitsamt wird vorsorglich ein Badeverbot erlassen. „Es geht sowieso niemand ins Wasser, die Fische wirken nicht appetitlich“, formuliert es die Amtsleiterin. Fotograf Bernd Georg ist da weniger zurückhaltend: „Das stinkt bestialisch.“ (Martin Kuhn)

Erst vor Kurzem war die Wasserqualität des Schultheis-Weihers in Offenbach untersucht worden.

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