Verkehrsunfallstatistik vorgestellt

Polizei kontrolliert verschärft

Offenbach - Weniger Tote und Schwerverletzte und nochmals weniger Unfälle – das besagt die Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Südosthessen in Offenbach für 2015. Von Harald H. Richter 

Sorge bereitet Polizeipräsident Roland Ullmann aber, dass immer mehr Unfälle durch Raser verursacht werden. Bei der Vorstellung der Zahlen hieß es, in Stadt und Kreis Offenbach, Hanau sowie im Main-Kinzig-Kreis seien 13.608 Unfälle aufgenommen worden, das bedeute einen Rückgang von 174 gegenüber 2014. „Das ist der niedrigste Stand seit Gründung des Präsidiums 2001“, sagte der Behördenleiter. 24 Menschen starben im Straßenverkehr, 5 weniger als im Jahr davor. 2 758 Menschen wurden verletzt, bei 10 850 Unfällen entstand Sachschaden. Die höchste Wahrscheinlichkeit verletzt zu werden, besteht innerorts, wobei insbesondere Fußgänger und Radfahrer gefährdet sind.

Ein wichtiger Indikator für die Verkehrsmoral ist nach Einschätzung der Fachleute die Betrachtung der Unfallfluchten, die vergangenes Jahr mit 5335 Fällen nahezu konstant blieb. Solche Delikte werden schwerpunktmäßig durch ein sechsköpfiges Beamtenteam bei der Polizeiautobahnstation Langenselbold verfolgt.

Beim Betrachten der Unfallentwicklung in Stadt und Kreis Offenbach rückte Leitender Polizeidirektor Claus Spinnler die Rad- und Pedelec-Fahrer ins Blickfeld. „Unser Ziel muss es sein, die Zahlen in diesem Bereich dauerhaft zu senken und durch intensive Prävention die Sicherheit vor allem älterer Menschen und von Kindern zu erhöhen.“

Hanaus Polizeidirektor Hans Knapp richtete das Augenmerk auf Motorradfahrer. „Besonders Jüngere und Wiedereinsteiger sind besonders unfallgefährdet“, so seine Feststellung. Allerdings hatten diese Gruppen die meisten Motorradunfälle auch selbst verschuldet. 9 von 10 Verursachern waren männlich. Der Anteil derer, die unter Alkohol- oder Drogeneinfluss in Unfälle verwickelt gewesen seien, habe mit 16,4 Prozent deutlich über dem allgemeinen Wert von 6,9 Prozent gelegen. „Wir werden in Kürze an beliebten Motorradstrecken gezielt kontrollieren“, kündigte Knapp an und nannte unter anderem den Jossgrund, Bad Orb und Bad Soden-Salmünster, Sinntal und Steinau a. d. Straße.

Auch auf den Autobahnen in der Region zeigt die Polizei Kontrollpräsenz. Der Leitende Polizeidirektor Ralf Hesseling machte klar, dass ortsfest und mobil sowohl an besonderen Unfallschwerpunkten, als auch im Bereich von Baustellen geblitzt werde.

Mit einem neuen Zivilstreifenfahrzeug, das mit hochmoderner Videotechnik ausgestattet ist, nimmt die Polizei nicht nur Raser und Drängler ins Visier, sondern vermehrt auch Verkehrsteilnehmer, die während der Fahrt telefonieren beziehungsweise online gehen. „Unsere Beamten filmen die Fahrweise von Handynutzern und konfrontieren sie unmittelbar danach damit“, sagte Ullmann. „So mancher ist sichtlich erstaunt, dass er in Schlangenlinien unterwegs war und Ausfallerscheinungen zeigt, wie sie sonst nur unter Drogen- oder Alkoholeinfluss zutage treten.“

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