Ungeliebte Behördennummer 115

Offenbach ‐ Es war eine ganz große Nummer, als im März die Stadt Offenbach zusammen mit Frankfurt die einheitliche Behördenrufnummer 115 eingeführt hat. Fünf Monate später ist der Service immer noch ein eher ungeliebter. Von Matthias Dahmer

Wer Anfragen an die Verwaltung hat, so die propagierte Idee, kann die 115 wählen und erhält in kürzester Zeit vom neuen Service-Center in Frankfurt ausführlich die gewünschten Informationen. 75 000 Euro kostet Offenbach der Spaß in der Mainmetropole angesiedelte Modellversuch, der bis Ende des Jahres befristet ist. Von Beginn bestanden Zweifel am Sinn des Projekts. Testanrufe unserer Redaktion bei der 115 ergaben kurz nach deren Einführung ziemlich unbefriedigenden Ergebnisse. Sie wurden im Offenbacher Rathaus wortreich mit Anlaufschwierigkeiten entschuldigt.

Fünf Monate sind vergangen, die Probleme sind geblieben, wie die Telefon-Odyssee eines Offenbacher zeigt: Sieben Anrufe über zwei Tage waren nötig, bis er die gewünschte Auskunft hatte. Immerhin - das Bürgeramt der Stadt Frankfurt hat sich bei ihm entschuldigt: Offensichtlich sei die „Anruf-Prozesskette zwischen dem Frankfurter Service-Center und der Stadt Offenbach noch nicht wirklich gut durchdacht“.

Paul Saupe aus Offenbach-Bieber hat ein ganz anderes Problem mit der gemeinsamen Nummer. Wer die 115 wählt, landet laut automatischer Ansage beim „Service-Center Frankfurt am Main“. Das hält er angesichts des nicht unbeträchtlichen finanziellen Beitrags, den die Stadt Offenbach überweist, zum einen für nicht angemessen. Zum anderen, sagt er, müssten Offenbach ja denken, sie hätten sich verwählt.

Rubriklistenbild: © Pixelio / Michael Grabscheit

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