Hautkrebs-Gefahr

Ungetrübter Freiluftspaß

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Achtung, Sonnenbrandgefahr. Deshalb sollten sich auch Freizeitsportler ausreichend schützen.

Offenbach - Wie jetzt: Sonnencreme statt Schienbeinschützer beim Fußball? Langärmelige Trikots statt Bikini beim Strandvolleyball? Prinzipiell Ja. Auch wenn’s in der Realität von der Bundesliga bis zur Kreisliga wohl anders aussieht. Von Martin Kuhn

Sensibilisieren möchte die Techniker Krankenkasse (TK) möglichst viele Teilnehmer beim Finale der Mission Olympic. Denn: Ausreichender Sonnenschutz ist aus Sicht der Gesundheitsexperten auch bei Freizeitsportlern Mangelware.

Die „Techniker“ baut am verlängerten Finalwochenende, 6./7. September, einen Stand an zentraler Stelle (Berliner Straße/Herrnstraße) auf. Bei ihrer Mission zur Krebsvorsorge erfahren sie prominente Unterstützung – der hessische Sozialminister Stefan Grüttner ist vormittags da und wirbt für den aktiven und passiven Sonnenschutz der Sportler. Wer’s eingehender möchte: Ein Hautarzt, der sich auffällige Muttermale anschaut, berät und informiert von 12 bis 16 Uhr. Und selbstverständlich bietet die Krankenkasse mehr als die reine Information. Aktiv sein können die Teilnehmer bei einem Rückschlagspiel, das üblicherweise an einem (Sonnen-) Strand betrieben wird, einem Becherschnappen und einem Schattenwerfen. Was sich genau dahinter verbirgt? „Am besten vorbeikommen und mitmachen“, wirbt Sprecherin Yvonne Wagner.

Sportler rüsten auf für die Aktivitäten im Freien, egal ob Profi oder Amateur. An alles wird gedacht: aktuelle Stollenschuhe, spezielle Laufstöcke, angepasste Fahrräder, dosierte Durstlöscher. In Vergessenheit gerät dabei beim überwiegenden Teil der aktiven Freizeitgesellschaft der Selbstschutz. „Bewegung unter freiem Himmel soll auch weiterhin Spaß machen. Aber gerade für Sportler, die draußen trainieren, ist es wichtig, sich vor der Sonne zu schützen. Wir wollen über die Risiken von Hautkrebserkrankungen aufklären und für Präventionsmöglichkeiten werben“, so der Gesundheitsminister Grüttner.

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Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Hessen. „Andererseits lässt sich die Krankheit mit ganz einfachen Mitteln vermeiden“, sagt Dr. Barbara Voß, Leiterin der Landesvertretung der TK in Hessen. „Mit der Aktion möchten wir Sportler aller Leistungsklassen motivieren, sich mit ihrem individuellen Hautkrebsrisiko auseinanderzusetzen und sensibel mit sich und ihrer Haut beim Sport unter freiem Himmel umzugehen“, so Voß. Und da eine Forsa-Umfrage im Auftrag der TK ergeben hat, dass hessische Freizeitsportler am liebsten Radfahren, Joggen oder Wandern gehen, zeigt sich, dass die Hessen der Sonne besonders ausgesetzt sind.

Die Todesrate bei Hautkrebs ist in Hessen in den vergangenen Jahren relativ konstant, allerdings ist die Sterberate der Männer höher. Frauen erkranken deutlich früher – im Mittel mit 59 Jahren, Männer erst mit 67 Jahren. Die Basis für die Krankheit legt jedoch jeder Mensch in seiner Jugend und im jungen Erwachsenenalter. Denn 80 Prozent der Lebenszeitdosis an UV-Strahlen erfolgt bis zum 21. Lebensjahr. Und da gerade junge Menschen beim Freizeitsport kaum Gedanken an ihre Gesundheit verschwenden, sammeln sie mitunter Sonnenbrände, die ihr Hautkrebsrisiko frühzeitig erhöhen. Die „Techniker“, Sozialministerium und Landesportbund setzen mit dem Projekt „Schatten, Shirt und Sonnencreme – Sportler gegen Hautkrebs“ genau da an. Sie wollen dazu beitragen, dass die Bewegung an sonnigen Tagen ungetrübt bleibt – bis ins hohe Alter.

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