Ungewöhnliche weiße Pracht

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Wie man den Schnee beseitigt, ist nebensächlich. Hauptsache, Fußgänger kommen sicher voran. Allerdings sind originelle Mauerbauten wie in der Wilhelmstraße nicht im Sinne der Hauseigentümer, deren Zugang versperrt wird.

Offenbach (kap) ‐ Autos haben sich weiße Mützen aufgesetzt, Gärten, Straßen und Gehwege verschwinden unter einer Schneedecke. Spätestens seit dem Wochenende hat der Winter die Stadt fest im Griff. Doch nun geht es der glitzernden Flockenpracht teilweise an den Kragen, denn die romantisch anmutende Winterlandschaft ist für Berufstätige, Fußgänger und Radfahrer unbrauchbar, wenn nicht sogar gefährlich.

Die Gefahr, auf nicht geräumten Wegen zu stürzen oder auf schneebedeckter Straße einem vorausfahrendem Wagen aufzufahren, ist unter den herrschenden winterlichen Wetterbedingungen größer als sonst. Dennoch geben die Behörden und Einrichtungen der Stadt Entwarnung: von Schneechaos in Offenbach keine Spur. Die Einsatzkräfte des Winterdienstes haben keine Schwierigkeiten, das Schneeaufkommen zu beherrschen. Die Hauptverkehrsstraßen sind bereits gut befahrbar.

Die Schneemenge kann von uns problemlos bewältigt werden“, sagt Oliver Gaksch, Pressesprecher der ESO. „Auch wenn mehr Schnee fällt als sonst.“ Eigentlich sei das Wetter für Januar nicht ungewöhnlich, „in den letzten Jahren wurden wir einfach nur etwas verwöhnt“, so Gaksch. Zusätzliche Mitarbeiter musste die ESO nicht einstellen. Die Offenbacher Dienstleistungsgesellschaft hat rechtzeitig reagiert und die Bereitschaft verstärkt.

Winterliche Aufnahmen aus Offenbach

Winterliche Aufnahmen

Auch Ingbert Zacharias, Pressesprecher der Polizei, bestätigt, dass das große Chaos auf den Straßen bisher ausblieb. „Wir haben mit wesentlich mehr Unfällen gerechnet“, sagt er. Die Bevölkerung sei auf den Schneefall vorbereitet gewesen und viele haben ihre Fahrzeuge am Wochenende stehen gelassen.

Die meisten Mieter und Hausbesitzer befreien vorbildlich Wege und Treppen von Schnee und Eis. Die Profis von der ESO haben noch keine eklatanten Fehler bemerkt.

Vor allem Fußgänger sind in Gefahr. Im Stadtkrankenhaus sind seit dem Kälteeinbruch vermehrt Patienten mit Sturzverletzungen behandelt worden. 180 Personenunfälle meldet die Klinik. 120 davon mit Brüchen und schweren Prellungen aufgrund der Glätte durch Schnee und Eis. Die Zahl sei wesentlich höher als zu anderen Jahreszeiten.
Dass das Schneetreiben durchaus etwas Besonderes ist, heißt es beim Deutschen Wetterdienst. „10 bis 15 Zentimeter Schnee sind nicht alltäglich“, sagt Meteorologe Jens Hoffmann. „Ich gehe davon aus, dass diese Höhe nicht jedes Jahr erreicht wird.“ Vor allem, dass die weißen Kristalle so lange liegen bleiben, sei ungewöhnlich. Und: Das Wetter soll in den nächsten Tagen so bleiben. Tauwetter stehe erst einmal nicht an, so Hoffman. Dafür sorge das Hochdruckgebiet Bob, das ein atlantisches Tiefdruckgebiet blockiere.

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