Offenbacher und Frankfurter CDU verfassen Erklärung

Unions-Schwenk bei Veranstaltungsarena

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Peter Freier und Roland Walter von der Offenbacher CDU und ihre Frankfurter Kollegen Michael zu Löwenstein und Markus Franz ebnen den Weg für eine Multifunktionshalle.

Offenbach - An das Vorhaben, zusammen mit Frankfurt eine Multifunktionshalle im Kaiserlei zu errichten, glaubte in Offenbach keiner mehr so richtig. Die Tansania-Koalition hatte sich davon distanziert. Jetzt schwenkt die Union überraschend um, wie aus einer gemeinsamen Pressekonferenz der Offenbacher und Frankfurter CDU hervorgeht. Von Veronika Schade 

Seit die Christdemokraten Koalitionspartei in Offenbach sind, gab es mehrere Treffen von Kämmerer Peter Freier und dem Frankfurter Wirtschafts- und Sportdezernenten Markus Frank, deren Thema das gut 150 Millionen Euro teure Prestigeprojekt war. Erstmals nach mehr als 20 Jahren kamen nun die CDU-Fraktionen beider Städte zu einer Sitzung zusammen und verabschiedeten eine gemeinsame Erklärung. Darin sichert die Frankfurter CDU-Fraktion zu, „dass es ein schlüssiges Konzept für die Verkehrsanbindung geben wird und dass der planfestgestellte Ausbau des Kaiserleikreisels durch das Projekt nicht gefährdet wird“. Durch den Betrieb der für 13.000 Menschen ausgelegten Arena dürfe es nicht zu Verkehrsbeeinträchtigungen kommen. Für daraus resultierende Umbaumaßnahmen dürften für die Stadt Offenbach keine Kosten entstehen. „Offenbach kann als Schutzschirmkommune keine weiteren Mittel in das Projekt stecken“, akzeptiert Frank.

Sind diese Punkte erfüllt, will die Offenbacher CDU dem Bau verbindlich zustimmen. Die Halle soll von einem privaten Investor, der mittels Ausschreibung gesucht wird, gebaut und betrieben werden. „Wir haben mit zwei Bieterkonsortien bereits sehr gute Gesprächsfäden geknüpft“, sagt Frank. Die Grundstücke mit einer Gesamtgröße von rund 40.000 Quadratmetern werden dem Investor von beiden Städten zur Verfügung gestellt. Wie die Aufteilung konkret aussehe, etwa ob auf Offenbacher Gemarkung nur die Parkplätze entstehen, werde sich noch zeigen. Beide Seiten betonen, Fairness stehe bei der Verteilung der Einnahmen an erster Stelle.

Themenseite zum Kaiserlei-Umbau

„Sowohl für Sportvereine als auch für große Musikkonzerte bietet eine Multifunktionshalle Möglichkeiten, die in der Region bisher nicht befriedigt werden konnten“, zeigen sich Freier und der bislang vehementesten Gegner des Projekts, Fraktionschef Roland Walter, von der Idee angetan. Sie sprechen von einer „neuen Qualität der partnerschaftlichen Zusammenarbeit zweier Städte“. Und warum nicht früher? Weil Oberbürgermeister Horst Schneider eine defizitäre Informationspolitik betrieben habe, sagt Walter: „So weit wie heute hätten wir schon 2012 sein können.“ Schneider widerspricht im Gespräch mit unserer Zeitung. Er habe immer betont, dass die Metropolregion von einer Halle profitiere. „Es freut mich, dass die CDU das nun auch erkannt hat.“

Bilder: So soll der Kaiserleikreisel nach dem Umbau aussehen

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