Umbau schreitet voran

Untergrundarbeiten am Kaiserlei-Kreisel abgeschlossen

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Die Baustelle am Kaiserlei-Kreisel.

Offenbach - Am Kaiserlei-Kreisel zwischen Frankfurt und Offenbach sind die unterirdischen Bauarbeiten abgeschlossen worden. Von Juli an sollen als nächstes die Auf- und Abfahrten zur Autobahn 661 errichtet werden.

Am viel befahrenen Kaiserlei-Kreisel zwischen Frankfurt und Offenbach sind die vorbereitenden Bauarbeiten am Untergrund abgeschlossen. Damit sei die Phase mit den größten Unwägbarkeiten überwunden, teilte die Stadt Offenbach am Mittwoch mit. Als nächstes sollen von Juli an die Auf- und Abfahrten zur Autobahn 661 errichtet werden. Bei den kritischen Untergrundarbeiten wurde neben neuen Versorgungsleitungen unter anderem auch eine Gas-Hochdruckleitung verlegt, die das gesamte Rhein-Main-Gebiet versorgt. Dabei kam es immer wieder zu bösen Überraschungen: Vor allem der weiche Boden führte zu unerwarteten und erheblichen Verzögerungen.

Nach Angaben des zuständigen Planungsbüros mussten 93 Betonpfähle bis zu 40 Meter tief in die Erde getrieben werden, um das Areal zu stabilisieren. Allein aus den Bohrlöchern wurden rund 700 Lastwagen-Ladungen mit Erde abtransportiert. Da seit den 1970er Jahren das Areal nicht modernisiert wurde, entdeckten die Bauarbeiter zudem immer wieder Rohre und Kabel, deren Funktionen unklar waren. Außerdem musste nach einem Bombenfund in der Nachbarschaft das Gelände aus Sicherheitsgründen nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg abgesucht werden. Das alles trieb die Kosten in die Höhe. Momentan geht die Stadt von 41 Millionen Euro aus - ursprünglich veranschlagt waren knapp 37,3 Millionen.

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Nach derzeitigem Stand können die ersten Auto- und Radfahrer ab Ende 2019 die Strecke zwischen den beiden Nachbarstätten ungehindert passieren. Bis 2020 sollen die Bauarbeiten dann komplett abgeschlossen sein. "Der Verkehr fließt derzeit gut", sagte Berit Bätz vom Stadtplanungsamt Offenbach. Es gebe trotz der Bauarbeiten bereits weniger Staus und Unfälle als vor dem Baubeginn. Sorgen bereiten der Stadt jedoch Fußgänger, die durch die Baustelle laufen, um von der nahegelegenen S-Bahn-Station ihre Büros in den angrenzenden Gewerbegebieten zu erreichen. Zwar hat die Stadt rund 1000 Absperrgitter aufstellen lassen - diese hätten aber kaum Erfolg gezeigt, räumt sie unumwunden ein.

Der rund 250 Meter große Kreisverkehr auf Offenbacher Gebiet galt lange Zeit als der größte in Deutschland. Vor allem im Berufsverkehr kam es zu erheblichen Staus und Behinderungen. Das zweispurige Rondell weicht einer ampelgesteuerten Doppel-Kreuzung. Bis zu 94.000 Autos sollen sie in Zukunft täglich passieren können. Bislang fuhren jeden Tag rund 66.000 Fahrzeuge über den Kreisel. Der Kaiserlei-Umbau ist nach Angaben der Stadt das größte Infrastrukturprojekt in Offenbach seit dem Bau der S-Bahn Anfang der 90er Jahre. Durch die bessere Verkehrsanbindung erhofft sich die Stadt die Ansiedlung von weiteren Unternehmen - und damit dringend benötigte Steuereinnahmen und Arbeitsplätze. Zudem soll auf dem Gelände eine Multifunktionsarena entstehen. (dpa)

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