„Unternehmen stellen sich ihrer Verantwortung“

Offenbach - Bei den Firmen in Stadt und Kreis Offenbach wächst das Interesse an Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter. „Während in der Krise noch überlegt wurde, ob Fachkräfte überhaupt gehalten werden können, wird jetzt schon verstärkt ausgebildet.

Und auch die Weiterbildung gerät noch stärker in den Fokus der Unternehmer,“ sagte die Leiterin des Bildungszentrums der Industrie- und Handelskammer Offenbach, Gabriele Weis, in einem Interview mit unserem Redaktionsmitglied Marc Kuhn.

Die Gesellschaft altert. Fachkräfte werden Mangelware. Die Weiterbildung der Belegschaften sollte einen zunehmend höheren Stellenwert einnehmen. Stellen sich die Unternehmen in Offenbach der Herausforderung?

Die Unternehmen stellen sich ihrer Verantwortung. Allerdings in unterschiedlichem Umfang. Es macht schließlich einen Unterschied, ob sie einen kleinen oder großen Betrieb oder ein mittelständisches Unternehmen vor sich haben. Auch die Branche ist wichtig. Besonders die Bereiche Maschinenbau, IT, Gastgewerbe und Einzelhandel sind betroffen. Und man merkt schon Konsequenzen, ein Umdenken hat eingesetzt. Während in der Krise noch überlegt wurde, ob Fachkräfte überhaupt gehalten werden können, wird jetzt schon verstärkt ausgebildet, und auch die Weiterbildung gerät noch stärker in den Fokus der Unternehmer.

Sehen auch die Mitarbeiter die Wichtigkeit der Weiterbildung?

Immer mehr. Für den beruflichen Aufstieg und die Karriere war Weiterbildung schon immer wichtig und kam häufig auch auf Initiative der Arbeitnehmer zustande. Übrigens gilt: Je höher der formelle Bildungsgrad, desto größer die Bereitschaft zur Weiterbildung.

Welche Angebote bieten IHK und Agentur für Arbeit?

Interessierte können sich auf der Internetseite der IHK informieren.

Wir bieten einerseits unabhängige und trägerneutrale Weiterbildungsberatung für Unternehmen und Mitarbeiter an und helfen damit, Fragen zu klären wie, welche Weiterbildung die richtige ist und wie sie finanziert werden kann, ob gegebenenfalls Fördermittel dafür zur Verfügung stehen. Darüber hinaus halten wir ein umfangreiches Angebot an Seminaren und Lehrgängen bereit. Unsere Hauptzielgruppe sind dabei natürlich die Mitgliedsbetriebe und deren Mitarbeiter. Besonders wichtig ist dabei unsere Flexibilität in der Reaktion auf die betrieblichen Belange bei den Firmenmaßnahmen. Hier sehe ich auch ein großes Defizit bei den Fördermöglichkeiten der Bundesagentur. Diese lassen eigentlich ein flexibles und erforderlichenfalls auch schnelles Reagieren auf betriebsindividuelle Weiterbildungsbedürfnisse für bestimmte Mitarbeitergruppen nicht zu.

Welche finanziellen Fördermöglichkeiten stellt das Land Hessen zur Verfügung?

Mit dem Instrument des Qualifizierungsschecks fördert das Land Hessen Weiterbildungen für Beschäftigte in klein- und mittelständischen Unternehmen mit bis zu 500 Euro jährlich. Die Antragsteller müssen entweder mindestens 45 Jahre alt sein oder für die Tätigkeit, die sie ausüben, über keinen anerkannten Abschluss verfügen oder einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen oder als betriebliche Ausbilder tätig sein. Voraussetzung für die Ausstellung dieser sogenannten „Qualischecks“ ist eine obligatorische Bildungsberatung bei einer anerkannten Beratungsstelle.

Unter dem Motto „Gemeinsam für Fachkräfte - bilden, beschäftigen, integrieren“ findet morgen der 3. IHK-Weiterbildungstag statt. Die kostenlose Veranstaltung bietet in der Zeit von 9.30 bis 16.30 Uhr in der Frankfurter Straße 90 zahlreiche Foren und Workshops.

Rubriklistenbild: © dpa

Kommentare