„Die Heldinnen unserer Fußballstars“

Offenbacher Unternehmensberater vermarktet Spielerfrauen

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Ein Stück Glamour in Offenbach: Frank Kuhlmann hat sein Sortiment erweitert. Neben Spielerfrauen vermarktet er mit seinem Unternehmen bald auch Smartphonehüllen aus Offenbacher Leder.

Offenbach - Die Partnerin eines bekannten Fußballers zu sein, scheint längst zu einem eigenen Medienberuf mit dem Namen „Spielerfrau“ geworden zu sein. Das öffentliche Interesse will Frank Kuhlmann jetzt mit seiner Unternehmensberatung an der Kaiserstraße nutzen. Von Christian Wachter 

Als Frank Kuhlmann vor elf Jahren seine Unternehmensberatung „Kuhlmann Group“ eröffnete, kam etwas Glamour nach Offenbach. Bis 2001 arbeitete der gebürtige Ostwestfahle in der Modelbranche, zuletzt als Geschäftsführer von Metropolitan Models, einer Agentur an der 5th Avenue in New York. Seine Kontakte kamen auch dem Offenbacher Tennisclub (OTC) zugute. Der 42-Jährige ist dort 1. Vorsitzender und holte das Model Marcus Schenkenberg nach Offenbach, der seit 2013 die Damenmannschaft sponsert. Kuhlmann hat sich mit seinem Unternehmen auf die Event- und Kosmetikindustrie spezialisiert und die Schönen und Reichen auch abseits vom Big Apple nicht aus den Augen verloren. Ganz neu im Portfolio hat er eine Kartei von über 20 sogenannten Spielerfrauen, die er als Markenbotschafterinnen an Unternehmen vermittelt. Indem sie Produkte öffentlich in Szene setzen, soll deren Beliebtheit erhöht werden. Plausibel, möchte man meinen, standen die besseren Hälften der Kicker doch noch nie so prominent im Rampenlicht, wie heute.

Als beispielsweise die ersten Fotos von Marco Reus’ neuer Freundin Scarlett Gartmann auftauchten, frohlockten viele Boulevardmagazine wegen ihrer dunklen Vergangenheit. Sie ist nicht die erste Spielerfrau, für die sich die Öffentlichkeit interessiert. Sei es Cathy Hummels, die Frau von Mats Hummels, die bei der Weltmeisterschaft 2014 für ihre Videoblogs eine Hasswelle erntete, Sabia Boulahrouz, die Sylvie Meis an der Seite von Rafael van der Vaart ablöste oder Mandy Capristo, die vom Rapper Kay One zum Fußballer Mesut Özil wechselte.

Für Kuhlmann die optimalen Werbefiguren: „Spielerfrauen sind repräsentativ, sehen gut aus und stehen für erreichbaren Glamour“. So kämen viele aus bodenständigen, kosmetischen Berufsfeldern und verkörperten neben ihren medialen Kompetenzen auch das Bild einer Frau, der Familie wichtig sei und die sich um ihren Mann sorge. Kuhlmann ist sich sicher: „Ihr Beliebtheitsgrad wird noch wachsen, schließlich sind sie die Heldinnen unserer Fußballstars.“

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Die Zahlen in den sozialen Medien sprechen für sich. Cathy Hummels etwa hat 86.000 Abonnenten auf Instagram, Lena Gercke, Ex-Germanys-Next-Topmodel und Ex-Freundin von Sami Khedira sowie frisch liiert mit dem Sohn des ehemaligen Bayern-Arztes Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, kommt auf über 850.000 Likes bei Facebook. Die Spielerfrauen, die Kuhlmann unter Vertrag hat – verraten welche, möchte er nicht – posten zum Beispiel ein Bild von einer Reise, gesponsert vom beworbenen Reiseveranstalter, und sollen so für Aufmerksamkeit für ein Produkt sorgen. Auch für Werbespots sind sie buchbar, allein oder im Paket.

Dass er mit dieser Idee ein neues Geschäftsfeld für sich entdeckt hat, ist ganz nach Kuhlmanns Geschmack: „Bei den Produkten, die ich vermarkte, bin ich ein Freund von Innovation“, erzählt er.

Genauso liege ihm aber die Tradition am Herzen. „Da war es in Offenbach naheliegend, das Thema Leder wiederzubeleben und mit neuer Technik zu verknüpfen“. Unter dem Label Henry Punks bringt er bald Lederrücken für Smartphones auf den Markt, die sich immer wieder ablösen und erneut aufkleben lassen.

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Das Accessoire sollen die Kunden individuell anpassen können, sowohl bei der Art als auch der Farbe des Leders. Dazu gibt es eine Ledertasche, die ebenfalls handgefertigt wird. Natürlich, sagt er, sei auch die Hülle innovativ, weil man Mikrofasern einbauen wolle: „So hat das Handy immer ein frisch geputztes Display.“ Das Leder kommt vom Großhändler Schwemann am Kaiserlei. „Für die weiteren Arbeitsschritte sind dann Offenbacher Babbscher zuständig“, so Kuhlmann.

Auch wenn es ihm wichtig sei, auf „Qualität Made in Germany“ zu setzen: Der Bezug zur Offenbacher Herkunft wird auf den Handyaccessoires kaum zu sehen sein. „Das würde dann doch nicht zum Image passen, das eher britisch-verrückt sein soll“. Für das muss man indes tiefer in die Geldbörse greifen. Den Handyrücken gibt’s ab 79, die Tasche ab 119 Euro. Das mag manchem Offenbacher etwas zu viel sein, sicher. Vielleicht sind die Lederwaren aber bald ein steter Begleiter für Spielerfrauen, um Fotos stilbewusst vom makellosen Display Richtung Social Media zu schicken.

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