Unterricht mit Mainblick

Offenbach (mad) ‐ Offenbach voll im Trend? Von wegen. Was die Schülerzahlen anbelangt, läuft es in der Stadt so ganz anders als in anderen Kommunen. Während man vielerorts über die Schließung von Schulen nachdenkt, wird in Offenbach eine gebaut.

Für nach ersten Schätzungen rund 31 Millionen Euro entsteht im neuen Hafenviertel eine vierzügige Grundschule samt Kita. Der Betrag wird auf das 250 Millionen Euro schwere und auf zehn Jahre angelegte städtische Schulsanierungsprogramm draufgesattelt und soll über Kredite finanziert werden. Der Regierungpräsident als Aufsichtsbehörde hat dem notorisch klammen Offenbach bereits seine Zustimmung dafür gegeben. 2012 wird es mit dem Bau der Bildungs- und Betreuungseinrichtung losgehen, zwei Jahre später soll dann Einzugstermin sein.

Im Offenbacher Nordend, sagt Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß, geht es in den nächsten fünf Jahren „kräftig nach oben“. Zu den derzeit dem Schulbezirk zugeordneten 550 Grundschülern kommen dann noch mal 200 dazu. Unzumutbar für die Goetheschule, die jetzt schon die größte Grundschule der Stadt ist und mit sieben Klassen pro Jahrgang aus allen Nähten platzt. In der dazugehörigen Kita wird Raum sein für 70 bis 100 Kinder, die Zahl variiert je nach Anzahl der Krabbelplätze.

Als Standort haben sich die Planer ein 5642 Quadratmeter großes Grundstück ausgeguckt, das der Stadtwerke Offenbach Holding gehört. Es liegt im Osten des neuen Hafenviertels, unmittelbar am Nordring und neben dem geplanten Neubau der Hochschule für Gestaltung.

„Wollen nicht Fehler der Frankfurter wiederholen“

Für Oberbürgermeister Horst Schneider ist das Infrastrukturprojekt wichtig für die Vermarktung der künftigen Wohnungen im Hafen. „Wir treten hier in Vorlage und wollen nicht den Fehler wiederholen, der den Frankfurtern bei ihrer Westhafen-Bebauung unterlaufen ist“, sagt er. Dort wurde auf den Bau einer Schule verzichtet.

Bislang gibt es lediglich eine Machbarkeitsstudie zu dem Vorhaben. „Die endgültige städtebauliche sowie architektonische Lösung ist auf Grund der hohen Bedeutung dieser Neubaumaßnahme in einem von der Stadt noch durchzuführenden Architekturwettbewerb zu finden“, heißt es in der entsprechenden Magistratsvorlage.

Ebenfalls unklar ist, was die Sanierung der Parzelle im mit Altlasten verseuchten Hafengelände kosten wird. „Die Sanierung mit Detailuntersuchungen ist für den Zeitpunkt der Bebauung vorgesehen“, heißt es im Grundsatzbeschluss, der, so Schneider, als ein erstes Signal zu verstehen ist.

Runderneuerung des Kita-Gebäudes in der Neusalzer für 950.000 Euro

Konkreter und vor allem schneller geht es bei der Sanierung von zwei städtischen Kitas: Die Einrichtungen in der Neusalzer Straße (Kita 2) und im Gravenbruchweg (Kita 13) sollen in diesem und im nächsten Jahr auf Vordermann gebracht werden.

In der Kita 2 wird zunächst für 280.000 Euro eine Absenkung im Freigelände gestopft. Sie war Ende März des vergangenen Jahres entstanden, seitdem ist das Gelände gesperrt. Ehemalige Brunnen des einstige Gas- und Wasserwerks Offenbach auf dem Areal waren die Auslöser. Zusätzlich erhält das Kita-Gebäude in der Neusalzer für 950.000 Euro eine Runderneuerung. Die Einrichtung mit ihren 110 Plätzen ist deshalb in den diesjährigen Sommerferien komplett geschlossen. Die Betreuung übernehmen in dieser Zeit bei Bedarf zwei andere Kitas.

Dach, Fenster, Fassade und Inneneinrichtung stehen für fast zwei Millionen Euro in der Kita 13 auf dem Programm. Saniert wird vorwiegend im Sommer des nächsten Jahres, schon Monate vorher ist für die 175 Kinder indes der schrittweise Umzug in Container angesagt.

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