Nach schwerem Unwetter

Entwurzelte Bäume, voll gelaufene Keller

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Sturm und Starkregen überfluteten zum Teil  Offenbachs Straßen.

Offenbach - Orkanartige Böen, schwere Niederschläge: Der Kreis Offenbach hat eine unruhige Nacht hinter sich. Sturm und Starkregen hielten die 29 Feuerwehren des Kreises Offenbachs in Atem.

Zwischen 23 Uhr und heute Vormittag waren fast 200 Einsätze zu bewältigen. Als regionale Schwerpunkte kristallisierten sich in der Kreismitte Heusenstamm und Dietzenbach heraus. Den zweiten Schwerpunkt stellte Seligenstadt dar, wo 16 Einsätze zu bewältigen waren. „Meine Kollegen und die Feuerwehr waren von 23 bis 4 Uhr im Dauereinsatz“, berichtet Rudi Neu, Pressesprecher der Polizei Offenbach. Es gab viele entwurzelte und umgestürzte Bäume. Polizisten und Feuerwehrleute waren die ganze Nacht damit beschäftigt, diese zurückzuschneiden oder von den Straßen zu räumen. „Deswegen gab es sogar eine Vollsperrung der A3 bei Seligenstadt“, sagt Polizeisprecher Neu. Am stärksten seien Seligenstadt und Langenselbold von dem Unwetter betroffen gewesen. In Dietzenbach setzten die Regenmassen einen Keller unter Wasser.

Auch in Offenbach, wie Uwe Sauer, Leiter der Offenbacher Feuerwehr, mitteilt. Er hat in der Nacht rund 60 Einsätze gezählt: „Am Ostbahnhof und in Bieber sind Unterführungen voll gelaufen, an fünf Stellen im Stadtgebiet waren die Straße so hoch überflutet, dass Pkw dort stecken blieben oder Gullideckel hochgedrückt wurden. Und in vier Wohnungen drang Wasser über die Oberlichter ein“, zählt er weitere Beispiele auf. Zurzeit sei die Feuerwehr noch bei drei Einsätzen, bei denen die Schäden erst mit Sonnenaufgang ans Licht kamen. Feuer durch Blitzeinschläge sind ausgeblieben. Menschen wurden im Kreis Offenbach glücklicherweise keine durch den Sturm verletzt.

In Rödermark Gleise blockiert, Heusenstammer Feuerwehr immer noch im Einsatz

In Rödermark stürzte während des Unwetters ein Baum auf die Gleise der Dreieichbahn in Höhe der Gleisbrücke in Urberach. Neben der Feuerwehr aus Urberach wird von der Feuerwehr Rödermark-Ober Roden eine Teleskopmastfahrzeug eingesetzt. Die Arbeiten dauern mehrere Stunden.

Besonders schwer getroffen hat das Unwetter diesmal das Stadtgebiet Heusenstamm. Rund 70 Feuerwehrleute aus der Stadt sowie aus Rodgau und Neu-Isenburg waren ohne Unterbrechung bis weit in den Vormittag unterwegs, vor allem, um vollgelaufene Keller leerzupumpen. Vor allem in den Wohngebieten Bastenwald und Waldesruhe waren viele Anwohner betroffen. Aber auch rund um die Berliner Straße wurden viele Einsätze gezählt. Die Ringstraße war zeitweise nur mit größter Vorsicht zu befahren, weil sich in ein Senke eine große Menge Wasser angesammelt hatte und zunächst nicht ablaufen konnte. Weit mehr als 30 Liter Regen je Quadratmeter waren in der Schlossstadt innerhalb kurzer Zeit gefallen.

Baum fällt auf Auto

Sturm und Starkregen machten auch Südhessen zu schaffen. Dort wurden sechs Personen leicht und eine Person schwer verletzt. Die Landkreise Bergstraße, Odenwald, Darmstadt-Dieburg und die Stadt Darmstadt vom Unwetter stark betroffen, der Kreis Groß-Gerau wurde lediglich gestreift. In den hauptsächlich betroffenen Gebieten kam es zu dutzenden von umgestürzten Bäumen, dadurch blockierten Straßen und gefluteten Kellern. Bisher wurden nur wenige, kleine Gebäudeschäden gemeldet.

Auf der Landesstraße 3114 zwischen Groß-Zimmern und Spachbrücken fiel ein Baum auf ein fahrendes Auto. Der Fahrer musste stationär im Krankenhaus aufgenommen werden. Die Höhe der Schäden kann zur Zeit noch nicht abgeschätzt werden. Sie wird sich erst im Laufe des Tages im vollem Maße offenbaren.

Das war es vorerst mit der Hitze

Von der plötzlichen Abkühlung nach tagelanger tropischer Hitze wurde Hessen keineswegs überrascht: Die Meteorologen hatten Hagel, Sturm und Regen vorausgesagt und sogar vor „Tornadogefahr" gewarnt. Trotz des kalendarischen Sommerbeginns am heutigen Freitag war es das auch erst mal mit der Hitze: Denn auch am Wochenende geht es nicht über 23 Grad hinaus - bei „moderaten" Temperaturen ist Durchatmen angesagt.

Wie das Unwetter in der Region wütete

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kat/dpa

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