Unwetter zieht Spur der Verwüstung

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Rasch angepackt - in der Offenbacher Waldstraße waren private Helfer zufällig vor Ort.

Offenbach/Hanau (baw/al/did/dpa) ‐ Umgestürzte Bäume, zerstörte Autos, abgedeckte Dächer, aber nach ersten Erkenntnissen glücklicherweise nur einige Leichtverletzte: Eine Schneise der Verwüstung hat gestern Abend eine kurzes, aber heftiges Unwetter in der Region gezogen.

Feuerwehren, Polizei und Technisches Hilfswerk waren im Großeinsatz. Alleine die Kreis-Feuerwehren zählten 400 Einsätze ab 17.25 Uhr. Wie die Polizei berichtete, wurden Landes- und Bundesstraßen gesperrt, auch Autobahnen waren zum Teil betroffen. Die meisten Schäden seien in Neu-Isenburg, Dreieich und Langen entstanden. Alleine dort zählten die Feuerwehren etwa 200 Einsätze. Die Behörden sprachen von „unzähligen Anrufen“. In Obertshausen wurde ein vierstöckiges Gebäude komplett abgedeckt. In Mühlheim war die Offenbacher Straße wegen eines Baugerüstes am Museum, das umzufallen drohte, zeitweise gesperrt.

Erwartet wurde, dass die Aufräumarbeiten bis in die Morgenstunden dauern. Die Schadenshöhen waren gestern noch völlig unklar. Wie die Bahn mitteilte, wurden Regionalstrecken gesperrt, zeitweise waren die S-Bahn-Linien im Kreis Offenbach außer Betrieb. Techniker waren fieberhaft damit beschäftigt, die Schäden an den Bahn-Oberleitungen zu beheben. Dennoch gab es im einsetzenden Berufsverkehr zahlreiche Verspätungen.

Unwetter-Bilder aus Offenbach

Heftiges Unwetter über Offenbach

Die Offenbacher Feuerwehren zählten fast 50 Einsätze, davon drei wegen abgedeckten Dächern oder einsturzgefährdeten Schornsteinen in Bieber. Bäume fielen auf Straßen, Dächer und vor Hauseinfahrten. Der Wind deckte Dächer ab und knickte Straßenschilder um. Herumfliegende Dachziegel und Gartenmöbel beschädigten Autos. Feuerwehren mussten vollgelaufene Keller leer pumpen.

In Hanau wurden Helfer zu mehr als 200 Einsatzstellen gerufen, beteiligt waren insgesamt mehr als 250 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Hanau, Maintal und Bruchköbel. Betroffen war das gesamte Stadtgebiet außer Mittelbuchen, Dutzende Bäume stürzten auf die Straße. Besonders spektakulär: In der Nähe des Westbahnhofs stürzte ein Baum auf die Oberleitung und fing Feuer. Ein weiterer Baum traf das Haus von Oberbürgermeister Claus Kaminsky im Argonner Park des Stadtteils Wolfgang, der von dem Unwetter besonders stark in Mitleidenschaft gezogen war. An einem Gebäude der Städtischen Kliniken wurde ein Teil eines Daches abgedeckt, besonders auch im Stadtteil Lamboy wurden Dächer beschädigt. Am Bootsverleih in Kesselstadt rissen sich Boote los und trieben auf dem Main.

Stürmisch war es auch in Hanau

Stürmische Zeiten in Hanau

Auf der Wasserkuppe wurden nach Darstellung der Unwetterzentrale Deutschland Windgeschwindigkeiten von 115 Stundenkilometer gemessen. In Bad Soden-Salmünster blies der Sturm in der Nacht zum Donnerstag mit 107 Stundenkilometern. Zugleich warnten die Bochumer Wetterforscher auch für den Donnerstag noch vor schweren Gewittern. „Die Luftmasse ist regelrecht explosiv. Bilden sich einmal Gewitter aus, wachsen diese sehr schnell zu intensiven Unwettergebieten zusammen“, sagte Meteorologe Fabian Ruhnau.

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