„Tilt! und Tschüssikowski!“

Urban Priol blickt zurück und zeichnet fürs ZDF im Capitol auf

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Im Zweiten startet der Kabarettist Urban Priol mit „Neues aus der Anstalt“ durch.

Offenbach - Es hat schon Tradition: „Tilt! und Tschüssikowski.“ Auch dieses Jahr endet politsatirisch mit Urban Priols Rückblick auf 2015.

Der Mann mit der flinken Zunge und den bunten Hemden kommt dafür am Mittwoch, 16. Dezember, um 20 Uhr wieder ins Offenbacher Capitol, Goethestraße 1-5. Der Eintritt kostet 15 Euro. Die Temperaturen liegen gefühlt in zweistelliger Plus-Höhe, ältere Damen schlürfen im T-Shirt Eisgekühltes, und Schnee scheint ein weit in der Zukunft liegendes Ereignis zu sein – es ist schon wieder November im sich stets erwärmenden Klima und damit Zeit, aufs vergangene Jahr zurückzublicken. Mit wem könnte das mehr Spaß machen als mit dem Urvogel des satirischen Jahresrückblicks – Urban Priol?

Lustvoll seziert er die gesellschaftspolitischen Ereignisse des vergangenen Jahres, stellt wahnwitzige Verknüpfungen her und deckt verblüffende Hintergründe auf. Da werden die Winkelzüge der Mächtigen und Reichen entlarvt und so manch doppelzüngige Scheinheiligkeit aufgedeckt. Gleich ob er über die Innen- oder Außenpolitik sinniert, mit seinem Fußballclub fiebert oder sich kopfschüttelnd über die Auswüchse des Kapitalismus wundert: Kaum ein relevantes Thema des vergangenen Jahres bleibt unberührt. Wobei Priol wohl ständig nacharbeiten muss – auch dem Kaiser und dem Sommer 2006 sei Dank!

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Unterstrichen werden die sprachgewaltigen Ausführungen durch sein ausgeprägtes schauspielerisches Können. Denn seit seiner Studienzeit frönt Priol der Lust am Theaterspiel (der sorgfältig eingerichtete Ordner mit dem Arbeitstitel „Magisterarbeit“ hingegen blieb bis auf ein Register zeitlebens leer). Die Ansprüche ans Publikum sind bei diesem Programm nicht gering, auch wenn er sich den einen oder anderen Kalauer erlaubt („Ich spiele nicht fürs Föjetong!“), schadet es nicht, politisch auf dem Laufenden zu sein, um sich die oft subtilen Anspielungen des Spötters nicht entgehen zu lassen. Aber auch der Kabarettist selbst, der vor grandiosen Einfällen und Pointen nahezu übersprudelt, steht vor einer gewaltigen Aufgabe: So sieht sich der agile Wirbelwind in einem steten Wettlauf mit der Zeit, die ihm mit einem einzigen Abend doch arg eng bemessen vorkommt. Ein Jahr an einem Abend – das ist mal eine Aufgabe, verflixt aber auch...

Achtung: Karten für die ZDF-Aufzeichnung gibt es nur unter http://shuu.de/tAi.

(mk)

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