Urlaub ist Stress

Der Farbeimer steht seit Monaten im Weg rum, das Schlafzimmer hat schon lange einen Anstrich verdient. Die Mahnungen halten auf dem Schreibtisch eine Mahnwache ab, für den Papierkram bleibt nach der Arbeit keine Zeit. Der Geschirrberg, der Wäscheberg, der Pfandflaschenberg… tja, unbezwingbar. Bis jetzt. Jetzt ist Urlaub, und diesmal klappt’s mit dem Wegschaffen lästiger Altlasten. Von Barbara Hoven

Also erstmal eine Pause, damit ich später vorm Fernseher nicht einschlafe und später, wenn Anne klingelt, verpennt aussehe. Anne habe ich noch länger nicht gesehen als das Bügeleisen.

Da ist sie wieder, die klägliche Verzögerungstaktik, die irgendein Mensch, der eindeutig zu viel Zeit hatte, so treffend „Aufschieberitis“ genannt hat. Wenn die Pflicht ruft, gibt es immer einen Fluchtweg, tausend Möglichkeiten der Ablenkung. Dumm nur, dass die Aufschieberitis ein falscher Freundin ist. Auf kurze, süße Erleichterung folgen lange, quälende Gewissensbisse. Und Heulerei. Plötzlich sind die zwei Wochen Urlaub vorbei, und ich fühle mich sowas von urlaubsreif. Vielleicht wäre es besser gewesen, in den Flieger zu steigen, dem Alltag zu entfliehen und Kraft zu tanken. Hätte ich doch bloß die nervige Buchung nicht immer auf morgen verschoben. Also sei willkommen, Job! Jetzt bist wieder du schuld und nicht mehr ich selbst.

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