Urologie unter neuer Leitung

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Der neue Chefarzt der Urologie am Klinikum Offenbach: Michael Lein.

Offenbach ‐ Michael Lein ist der neue Chefarzt der Abteilung für Urologie am Klinikum Offenbach. Damit tritt er die Nachfolge von Ulf W. Tunn an, der nun eine Privat-Praxis auf dem Gelände des Krankenhauses betreibt. Von Denis Düttmann

Lein gilt als Spezialist auf dem Gebiet der minimalinvasiven Chirurgie. Er hat die Entwicklung der Schlüssellochtechnik in der urologischen Abteilung der Berliner Charité maßgeblich vorangetrieben und soll sein Fachwissen nun im Offenbacher Klinikum einbringen. Die Urologie ist eine relativ junge und kleine Teildisziplin der Medizin. Dabei ist der Prostatakrebs der häufigste bösartige Tumor bei Männern und weist die zweithöchste Sterblichkeit auf. An einer gutartigen Prostatavergrößerung soll sogar jeder zweite Mann über 60 Jahren leiden.

Der neue Chefarzt hat an der Humboldt-Universität in Berlin studiert, später an der Harvard Medical School in der Forschung gearbeitet und schließlich 16 Jahre an der Berliner Charité praktiziert. Der gute Ruf der urologischen Klinik und die idealen Bedingungen im Neubau haben den 44-jährigen Mediziner nun nach Offenbach gelockt. „Hier gibt es einen speziellen Operationssaal für die minimalinvasiven Eingriffe, moderne Stoßwellengeräte zur Zertrümmerung von Nierensteinen und eine sehr enge Zusammenarbeit mit der Strahlentherapie bei der Behandlung von Tumoren“, schwärmt Lein von seinem neuen Arbeitsplatz. „Die Schlüssellochtechnik hat den großen Vorteil, dass die Patienten die Operationen besser vertragen“, erklärt Lein. „Die Liegezeiten verkürzen sich und es treten seltener Komplikationen auf.“ Während bei einer gutartigen Prostatavergrößerung das Gewebe mit einer Elektroschlinge abgeschabt wird, müssen im Falle eines bösartigen Tumors die Prostata und die Samenblase komplett entfernt werden. Danach werden der Harnröhren-Stumpf und der Blasenhals wieder miteinander vernäht. Seit Anfang des Monats stand der Chefarzt bereits sechsmal am Operationstisch, nach und nach will er nun seine Kollegen in der Schlüssellochtechnik ausbilden. In der Klinik für Urologie arbeiten derzeit zwölf Ärzte, die im vergangenen Jahr rund 3700 stationäre Patienten zu behandeln hatten.

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