Haftstrafe für Todesfahrt in den Main

Offenbach - Nach einem tödlichen Sturz mit dem voll besetzten Auto in den Main muss der damalige Fahrer des Unfallwagens jetzt ins Gefängnis. Das Amtsgericht Offenbach sprach heute Vormittag das überraschende Urteil.

Das Amtsgericht Offenbach verurteilte den 23-Jährigen heute wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen überraschend zu drei Jahren Haft. „Es war ein schrecklicher Unfall, der einen Schuldigen hat. Nämlich sie“, sagte die Richterin zu dem jungen Mann auf der Anklagebank.

Letzte Chance Mitgefühl zu zeigen vergeben

Der Mann hatte in einer kalten Dezember-Nacht 2008 einen Geländewagen mit hoher Geschwindigkeit in den Main gesteuert, dabei ertranken zwei Mädchen im Auto. Der Angeklagte und ein Cousin hatten sich aus dem Wrack retten können. Bis zum Prozessende hatte der Mann eine Schuld an dem tragischen Geschehen von sich gewiesen. Dies rechnete ihm das Gericht ebenso strafverschärfend an wie seinen späten Hinweis an die Polizei auf die noch im sinkenden Auto sitzenden Mädchen. „Sie haben die letzte Möglichkeit vergeben, selbst Mitgefühl zu zeigen und sich den Eltern zu erklären“, kritisierte die Richterin scharf. 

Anwalt kündigt Berufung an

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Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten lediglich auf zwei Jahre Haft für die tödliche Spritztour plädiert. Die Verteidigung hatte sich in ihrem Plädoyer dagegen nicht festgelegt. Eine mögliche Strafe müsse aber zur Bewährung ausgesetzt werden. Der Anwalt des Mannes kündigte kurz nach der Verurteilung seines Mandanten an, in die Berufung zu gehen. 

Der Angeklagte selbst hatte den Sachverhalt zum Auftakt des Verfahrens weitgehend eingeräumt. Der damals 21-Jährige und sein gleichaltriger Cousin hatten sich aus dem sinkenden Fahrzeug ans Ufer gerettet.

dpa

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