Russen machen Rosen teuer

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Liebe, Blumen und das liebe Geld: Übermorgen, am Valentinstag, sind Rosen besonders gefragt. Wenn Sie eine geschenkt bekommen, stammt die höchstwahrscheinlich aus Holland. Dort werden 90 Prozent des weltweiten Handels mit Schnittblumen abgewickelt.

Offenbach ‐ Ohne die Erfindung Valentinstag wären viele glücklicher. Beziehungen, weil keiner enttäuscht wird, wenn am 14. Februar keine langstieligen, roten Rosen auf dem Frühstückstisch bereitstehen. Von Barbara Hoven

Und mancher Blumenhändler, weil er seinen Kunden dann keine überteuerte Ware anbieten müsste. „Alles, was Rot ist, wird auf dem Großmarkt in Holland jetzt in Platin aufgewogen, nicht mal mehr in Gold“, erzählt Florist Peter Elsässer, der im Familienbetrieb an der Waldstraße in vierter Generation Blumen verkauft. 90 Prozent des globalen Handels mit Schnittblumen laufe über die Niederlande. Im Schnitt steige der Rosenpreis dort vor dem Valentinstag um 150 Prozent, mit Ausrutschern bis zu 450 Prozent. „Das schwankt so schnell, dass die Tankstelle eine Schnecke dagegen ist.“

Schuld daran sei nicht der Einzelhandel, sondern der Weltmarkt. „Vor allem die Russen machen die Rosen teuer, deren Bedarf ist kaum zu stillen.“ Die Preissteigerung im Einkauf, die er dieser Tage hinzublättern habe, könne er keinesfalls in vollem Umfang an seine Kunden weitergeben, „dann kauft keiner mehr“. Von einem Rekordgewinn für den Einzelhandel könne folglich keine Rede sein. Über einen Mangel an Arbeit, weiß Elsässer, wird er sich morgen und Montag aber natürlich auch nicht beklagen müssen. Hat sein Laden sonst sonntags nur zwei Stunden geöffnet, wird er morgen „den ganzen Tag ausreizen müssen“, um alles zu schaffen.

Dass sei ja auch kein Problem. „Uns ärgert nur, dass wir an solchen Tagen unsere Kunden wegen des Stresses nicht so sorgfältig betreuen können, wie wir das wollen.“ Was die „Preis-Ausrutscher“ angehe, sei der Valentinstag auf dem Großmarkt viel schlimmer als der Muttertag, weil der Valentinstag weltweit gleichzeitig gefeiert werde.

Und auch Offenbachs Blumenkäufer seien bereits seit einigen Jahren am 14. Februar viel eifriger als am Muttertag. „Es hat sich wohl herumgesprochen, dass man seine Mutter auch unterm Jahr mal mit einem Blümchen und einem Besuch erfreuen kann“, sagt Elsässer und lacht. „Während die Damenwelt am Valentinstag nun mal Blumen erwartet.“ Die Frage, ob eine Rose nicht an jedem anderen Tag des Jahres sehr viel wertvoller sei, weil sie überraschend komme, beantwortet Elsässer lieber nicht. Sein Grinsen sagt genug.

Elsässer empfiehlt all jenen, die am Montag unbedingt die klassische rote Rose verschenken wollen, am Wochenende noch vorzubestellen. Denn er kennt die Vorwürfe, dass am Valentinstag die Qualität der Blumen unter Transport und Lagerung in Kühlhäusern leide. „Ich lagere nichts ein, alles wird in der Nacht zum Montag frisch aus Holland geliefert.“

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