Neues System prüft elektronische Chipkarten

Jetzt kommt der Validator in die OVB-Busse

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Bitte durchgehen: Fahrgäste mit E-Ticket Rhein-Main halten die Chipkarte einfach an den Sensor des Lesegeräts vorn links am Einstieg. Ein optischer und akustischer Hinweis gibt den Zutritt frei.

Offenbach - Der (Jahres-) Fahrschein ist bereits elektronisch, jetzt folgen die passenden Kontrollgeräte. Die Offenbacher Verkehrs-Betriebe (OVB) rüsten ihre und die Busse eines Subunternehmers mit 68 Automaten nach. Kosten: 115.000 Euro. Von Martin Kuhn 

Damit soll der Einstieg schneller gehen. Zudem sind gesperrte, ungültige oder manipulierte Karten zu identifizieren. Das heißt nicht, dass sogenannte E-Tickets bisher nicht zu kontrollieren waren. „Es ist für den Fahrer nur etwas aufwändiger“, erklärt Hagen Resch, kaufmännischer Leiter der OVB. Die Neuerung reiht sich in die konsequente Entwicklung ein. Seit 2006 gilt im Linienverkehr: Bitte vorn einsteigen, Ticket vorzeigen oder lösen. Gerade im morgendlichen oder abendlichen Gedränge führt das mitunter zu Verzögerungen. Für Kunden mit digitalisierten Zeitkarten im Scheckkartenformat wird der Einstieg komfortabler. Ab Montag, 3. August, brauchen sie sich nicht mehr in die Warteschlange einzureihen, sondern halten ihr E-Ticket einfach an ein elektronisches Lesegerät (Validator, abgeleitet aus dem lateinischen validus = wirksam) und gelangen so „schnell und bequem in den Bus“, werben die OVB. Verfeinert das bestehende System: Vorne rein, hinten raus! Dieser „Rundlauf“ soll die Quote der Schwarzfahrer senken. Das erhöht die jährlichen Einnahmen um einen sechsstellige Betrag und „kommt unterm Strich allen Fahrgästen zu Gute“, so Anja Georgi.

Für die Geschäftsführerin stellt das elektronische Ticket den „Fahrschein der Zukunft“ dar. Schon heute sind in Offenbach alle rund 5900 Jahreskartenabonnenten mit dem E-Ticket Rhein-Main unterwegs. Auch CleverCard, 65-plus- oder 9-Uhr-Jahreskarten sowie die Jahreskarten im Barverkauf gibt es in elektronischer Form. Und die Digitalisierung schreitet voran: Wochen- und Monatskarten sollen nach den Sommerferien ebenfalls als digitale Fahrscheine in der Mobilitätszentrale erhältlich sein. Bedeutet das den Abschied vom klassischen Fahrschein auf (Thermo-) Papier? „Nein“, betont Resch, „das ist bislang eine Vision.“ Und bis ein Ticket2.0 folgt, das nur die tatsächlich zurückgelegte Strecke abrechnet, vergeht wohl noch mehr Zeit im überregionalen Verkehrsverbund RMV. Zu berücksichtigen ist nicht allein das für Laien undurchschaubare Wabentarifsystem, sondern auch der Datenschutz; schließlich würde jeder Ein- und Ausstieg elektronisch festgehalten.

Bling-Bling! Reisebus mit vergoldeter Toilette

Allerdings läuft der Vertrieb inzwischen dreigleisig: Papier-Billett, E-Ticket und Handy-Fahrschein. Letzterer ist noch Zukunftsmusik und eher etwas für Gelegenheitsfahrer, „die schnell und unkompliziert“ ein Bus- oder S-Bahn-Ticket erstehen wollen. Kleiner kostspieliger Nachteil: Für dieses System benötigen Nutzer die neue Generation von Smartphones. Bis auf weiteres gibt’s Einzelfahrschein, Kurzstrecke, Tagesfahrkarte, Gruppen- und und Hessenticket ausschließlich in Papierformat. Mit dem Nachteil, dass E-Ticket-Inhaber künftig an den zentralen Halteknoten an ihnen vorbeihuschen. Eine Markierung auf dem Trittbrett in der zweigeteilten vorderen Eingangszone lotst sie auf die linke Seite zum Kartenlesegerät. „Dadurch gelangen Sie in Spitzenzeiten rasch an den rechts vor dem Fahrer wartenden Fahrgästen vorbei“, werben die Verkehrsbetriebe für den Absatz der elektronischen Variante.

Weitere Infos auf www.ovb-of.de

Damit ab Montag alles reibungslos klappt, gehen die OVB in die Offensive: Fahrgastbegleiter werden zwei Wochen lang auf allen Linien den Kunden Hilfestellung geben und sie mit dem neuen System vertraut machen.

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