Vampire gegen Wintergeister

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Der Klassiker, nicht nur bei der eigenen Sitzung: die „Icebreaker“ der Stadtgarde.

Offenbach ‐ Eigentlich soll Fastnacht böse Wintergeister vertreiben. Doch die Kostümsitzung der Stadtgarde wirbelte das Schneechaos erstmal gehörig durcheinander. Gleich mehrere Gruppen sagten ab - unpassierbarere Straßen. Einzelakteure lagen mit Grippe im Bett; Ersatz musste kurzfristig organisiert und das Programm umgestellt werden. Von Peter Klein

Egal ob Tanzgruppe oder Besucher, kaum einer schaffte es zur rechten Zeit in die TV-Turnhalle in Bieber. Umso erstaunlicher, wie bravourös das Team um den Vereinsvorsitzenden Stefan Wolf das Chaos meisterte. Spätestens beim großen Finale, lange nach Mitternacht, tanzten die rund 300 Besucher auf den Tischen.

„It´s magic time“ lautete das Motto des diesjährigen Kostümballs. Gleich die erste Gruppe, die jungen Tänzerinnen des Twirlingclub Rodheim, zauberte solche magischen Momente herbei. Mit Neonstäben verwandelten sie die abgedunkelte Bühne in ein Meer aus tanzenden Lichtern. Stimmung brachten die Aerobic Dancers aus Oberrad mit ihren Westerntänzen und dem Ruf „Ich will einen Cowboy als Mann“.

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Kostümsitzung der Stadtgarde

Verzaubert wurden die Besucher wiederum mit dem Gardetanz der gerade einmal siebenjährigen Isabelle Speiser. Das Eigengewächs der Stadtgarde Offenbach zeigte, dass es auch den Spagat perfekt beherrschte. Nach dieser zarten Vorstellung ließ es das Männerballett Bad Boys aus Kempfenbrunn richtig krachten und machte seinem Namen alle Ehre. Mit Lack, Leder und glattrasiertem Oberkörper eroberten die Herren zu „We will rock you“ und „Highway to heaven“ die Herzen besonders der weiblichen Besucher im Sturm. Im steten Wechsel zwischen magischen Momenten und Krachern folgten die Bambinis der Stadtgarde. Unter ihrer Trainerin Sandra Gottscheck hatten die Jüngsten der Stadtgarde einen begeisternden Showtanz eingeübt. Die jungen Tänzerinnen der TSG Blau Silber Rodheim spannten in ihrem tänzerischen Potpourri einen Bogen vom Western über griechische Folklore bis zum Alpenjodler. Es folgten die Vampire der DJK Müllheim, bevor „De Bodo“ allerhand aus seinem Eheleben zu berichten hatte. Der Karnevalist aus Bürgel war kurzfristig für ausgefallene Gruppen eingesprungen.

Wiederum die Nachwuchsarbeit der Stadtgarde demonstrierten Denise Glas, Janina Ißler und Dajana Müller mit ihrem Gardetanz als Ice-Angels. Das Damenballett aus Eppertshausen entführte mit seinem Tanz die Gäste in die Welt von „1001 Nacht“, bevor der Twirlingclub Rodheim mit einer schaurig-schönen Vampirnummer glänzte. Rainer Sperl und Jochen Ries ließen die Zuschauer an ihren Weisheiten teilhaben, die sie sich an ihrem Stammkiosk angeeignet hatten und obwohl beide aus Eppertshausen kommen, hätte sich die komische Szene auch unbesehen an einer Offenbacher Trinkhalle abspielen können. Erhabener: eine Audienz, die Prinz Matthias II. und Prinzessin Carolin I. samt Hofstaat den feiernden Karnevalisten gewährten.

Abgerundet wurde das Programm vom Tanz des Männerballs „Discohasen“ des FVCA aus Epertshausen und einer Gesangs- und Schunkelrunde mit dem Sänger Thomas Andre aus Kelkheim. Den letzten und endgültigen Höhepunkt setzten die Gugge-Musiker der Stadtgarde. Da wurde dann auf den Tischen getanzt. Und da oben klang der Abend in den frühen Morgenstunden auch feuchtfröhlich aus.

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