Verjährung nach Sozialurteil beachten

Geldsegen für Mehrlinge

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Offenbacher Drillinge – für ihre Eltern gibts es auch rückwirkend mehr Geld.

Offenbach - Sie kommen häufiger in mehrfacher Ausfertigung auf die Welt, als mancher denkt. Für die Zeit vom 1. Januar 2009 bis gestern hat etwa das Klinikum Offenbach 170 Zwillings- und drei Drillingsgeburten erlebt. Von Thomas Kirstein 

„In manchen Monaten hatten wir sogar siebenmal Zwillinge“, sagt Marion Band, Sprecherin des vom Sana-Konzern gekauften Stadtkrankenhauses. Ende Oktober 2011 machte Schlagzeilen, dass Drillinge eine Offenbacher Familie erweiterten, in der es bereits Zwillinge sowie zwei „Einlinge“ gibt. 2008 und 2009 doppelt und dreifach gesegnete Mütter und Väter, die Elternzeit in Anspruch genommen haben, sollten einen wichtigen Termin nicht verpassen. Am 31. Dezember 2013 verjährt für sie der Anspruch auf rückwirkende Zahlung zusätzlichen Elterngeldes.

Ein Offenbacher Drillings-Vater macht auf die positiven Folgen eines Urteils des Bundessozialgerichts vom 27. Juni dieses Jahres aufmerksam. Andreas Euler ist 2008 dreifacher Vater geworden. Ehefrau und Mutter Anja hat zunächst die einjährige Elternzeit in Anspruch genommen und ist jetzt Hausfrau. Der Bürgeler hat zwei Monate als Sachverständiger für Tischlerhandwerk und Innenausbau pausiert.

Der Staat unterstützt solche Auszeiten – außerhalb der drei Monate, in denen ein Arbeitgeber der Mutter weiter Lohn überweist – mit 65 Prozent des letzten Nettogehalts. Außerdem gibt es Geld für jedes Kind, im Normalfall 300 Euro. Für Eltern von Zwillingen und Mehrlingskindern haben sich dank Bundessozialgericht Änderungen ergeben: Sie haben nicht nur wie zuvor einen Anspruch pro Geburt, sondern für jedes einzelne neugeborene Kind. Die zusätzlichen Beträge können sie bei ihrer Elterngeldstelle beantragen, nicht nur für Zeiten ab dem 27. Juni 2013, sondern auch für frühere Elterngeldzeiten ab 1. Januar 2009.

Auskünfte zum Elterngeld: Tel.: 0641/3034 444. Zuständig ist das Hessische Amt für Versorgung und Soziales, Walter-Möller-Platz 1, Frankfurt.

Zum einkommensabhängigen Elterngeld kommen also für bis zu 14 Monate „Mehrlingszuschläge“ in Höhe von je 300 Euro für das zweite und jedes weitere Kind hinzu. „Das bedeutet, der Elterngeldbetrag wird bei jedem Mehrlingskind um die Zuschläge für die jeweils anderen Mehrlingskinder erhöht“, erläutert das Bundesfamilienministerium. „Das kann einen ganz schönen Batzen geben“, sagt Andreas Euler. Bei Zwillingen macht das nach der Neuregelung anrechnungsfreie 600 Euro für jeden Monat mehr als bislang aus. Bei Drillingen sind es sogar 1800 Euro. Eine Beispielrechung: Nimmt ein Drillings-Elternteil, das 1500 Euro netto verdient, Elternzeit, kommt es auf 3375 Euro im Monat – 65 Prozent des letzten Gehalts, 600 Euro für Kind 1 plus jeweils 900 Euro für Kind 2 und Kind 3.

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