Wegen Drogenbesitzes muss 32-Jähriger erneut ins Gefängnis

Der Vater sollte als Sündenbock herhalten

+

Offenbach - Ein Krach mit dem Vater brachte letztlich einen 32-jährigen Offenbacher ein zweites Mal hinter Gitter. Diesmal waren es zwei Jahre wegen des Besitzes von 170 Gramm Rauschgift, das erste Mal war er für vier Jahre eingerückt, weil er 2006 auf einen ihm unbekannten Festbesucher eingestochen hatte.

Der Mann war vor vielen Jahren aus Pakistan nach Deutschland gekommen, mit seinen Eltern, bei denen er immer noch wohnt. Vor einigen Monaten geriet er mit seinem Vater in heftigen Streit. Der Ältere wusste sich nicht anders zu helfen und rief die Polizei zwecks Schlichtung herbei. Den Beamten schlug eine unverkennbare Wolke entgegen, als der Jüngere aus seinem Zimmer kam: Marihuana, von dem sie dann auch eine größere Mengen entdeckten.

Vor Gericht gab der arbeitslose Mann an, der Stoff gehöre nicht ihm, sondern seinem Vater. Dieser wurde von Richter Manfred Beck einbestellt. Auch er gab an, das Rauschgift gehöre ihm. Das bestätigte zudem ein extra aus London angereister Bruder des Angeklagten, verstrickte sich dann aber in Widersprüche. Auf Nachfragen des Richters wurde deutlich, dass der Senior gar nichts über den Konsum von Marihuana wusste. Er wollte nur seinen Sohn schützen. Die Verwandten hatten Grund, den Angeklagten zu entlasten. Der war noch nicht lange nach Verbüßung der ersten Strafe auf freiem Fuß. Das Schöffengericht gab keine Bewährung. Der 32-jährige Angeklagte hat Berufung eingelegt und hofft nun, dass die Richter in Darmstadt seine Marihuana-Geschichte glauben. (tk)

CDU-Politiker unterstützt Grüne bei Cannabis-Freigabe

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion