„Veilchen“ von Komplizen

Offenbach - Das ging im wahrsten Sinne des Wortes ins Auge: Kaum war ein 17-jähriger Offenbacher wieder auf freiem Fuß, setzte es Prügel für ihn. Aber der Reihe nach: Nach vier Monaten in Untersuchungshaft stand der junge Mann am Donnerstag vor dem Offenbacher Amtsgericht.

Angeklagt war er laut Polizei wegen schweren Raubes und der bandenmäßigen Begehung von Wohnungseinbrüchen. Urteil: Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten sowie 150 Arbeitsstunden. In Haft musste er nicht, stattdessen bekam er eine Fußfessel.

Kaum war der 17-Jährige zu Hause angekommen, erhielt er wohl Besuch von seinen ehemaligen Komplizen. Eine Zeugin alarmierte die Polizei, der Mann sei aus seiner Wohnung geholt und verprügelt worden. Dann sei er in ein Auto gezerrt worden, das eilends davonfuhr.

Schnell hatten die Beamten den Wagen ausgemacht und den 17-Jährigen befreit. Der hatte nun ein blaues Auge, verweigerte aber jede Auskunft, wie er zu diesem „Veilchen“ gekommen war. Die Beamten vor Ort hatten aber eine Vermutung: Im Februar, als der Offenbacher in die U-Haft ging, legte er eine „Lebensbeichte“ ab. Er hatte damals nicht nur eine Vielzahl von Straftaten zugegeben, sondern auch Komplizen benannt. Fünf aus dieser „Bande“ standen nun um den „Veilchenträger“ herum. Die Beamten verpassten den fünf Anzeigen wegen Freiheitsberaubung, Nötigung und gefährlicher Körperverletzung.

Rubriklistenbild: © Pixelio.de/Dieter Schütz

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