Bierfest in Offenbach

Verantwortungsvoller Genuss

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Die 28. Auflage des Offenbacher Bierfests lockte am Wochenende feierfreudiges Publikum auf den Aliceplatz und brachte den Besuchern deutsche wie internationale Braukunst nahe. Allenthalben gute Bierfest-Stimmung.

Offenbach - Den inoffiziellen Titel des Bier-Konsumweltmeisters haben die Deutschen längst an die tschechischen Nachbarn abgetreten und müssen sich mit Rang zwei begnügen. Dennoch fließt auch bei der inzwischen 28. Auflage des Offenbacher Bierfestes am Wochenende reichlich Gerstensaft aus den Zapfhähnen. Von Harald H. Richter 

Mal klar oder blank, mal opal oder trüb füllt er die Gläser und kommt ganz unterschiedlich daher. Manche Genussmenschen schätzen seinen vollmundigen Geschmack, andere die herbe Note, das getreideartige Odeur oder den aromatisch fruchtigen Geruch. Der Schlüssel zum vernünftigen Genuss liegt in der Mäßigung, vor allem bei hochsommerlichen Temperaturen. Das befinden nicht nur langjährige Bierkenner, sondern auch all jene, denen ein verantwortungsbewusster Umgang mit Alkohol am Herzen liegt. Darum sind an allen Bierfesttagen Mitarbeiter der Geschäftsstelle Kommunale Prävention der Stadt Offenbach aufklärend unterwegs, ohne jemandem das Feiern vermiesen zu wollen.

Dem Frohsinn förderlich, hat der Bürgeler Veranstalter Hans Peter Kampfmann musikalische Stimmungsmacher auf die Bühne gebracht, die das Publikum an sämtlichen Abenden trefflich zu unterhalten verstehen. Tom Jet mit seiner Band gelingt mit einer Mischung aus Pop, Rock und Retro-Hits ein schwungvoller Auftakt. Schmissige Musik von den 50ern bis heute mit vielen Partykrachern, von der Top Time Band in einer ansprechenden Bühnenschau präsentiert, begeistert das Publikum 24 Stunden später.

„Ein toller Abend“, freut sich der Mainzer Joachim Herbold, der mit Freundin Brita zum wiederholten Mal aufs Bierfest gekommen ist. Auch die Schlagergiganten lassen es gehörig krachen. NIcht zu vergessen die Offenbacher Maria, Johannes, Lothar, Enzo und Hucky, besser bekannt als Mainhattan Diesel. Sie setzen insbesondere mit solchen Songs Akzente, die man schon lange nicht mehr gehört hat. Und auch am heutigen Schlusstag, wenn Hans vom Q-Stall die Bühne entert, dürfte das Stimmungsbarometer noch einmal kräftig in die Höhe schnellen.

Bierfest in Dudenhofen (Juli)

Bierfest in Dudenhofen

Dazu kommt Variantenreiches in die Gläser. Aus Brandenburg etwa „Der Schwarze Abt“ etwa oder das kraftvolle Schwarzbier mit dem bedrohlichen Namen „Mord und Totschlag“, das schon im 17. Jahrhundert in Kyritz gebraut wurde und im Geiste dieser Tradition nun durch die Neuzeller Kloster-Brauerei vertrieben wird.

Die Vielfalt der Sorten und Geschmacksrichtungen überrascht einen Bierfest-Besucher aus dem benachbarten Ausland: Michael von Borkulo aus Amstelveen ist begeistert. Der 51-Jährige Niederländer, in dessen Heimat überwiegend Amstel, Grolsch und Heineken ausgeschenkt werden, kennt und schätzt zwar die international bekannten Markenbiere aus Deutschland. „Ich habe aber nicht gedacht, dass auch die kleineren Brauereien so hohe Qualität herstellen“. Er löscht seinen Durst gerade mit einem Dunkelbier und befindet: „Wirklich lecker!“

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