Verbände alarmiert: Verzicht auf Zivis reißt Riesenlöcher

Offenbach (psh) ‐ Wenn der Zivildienst wegfallen sollte, sehen viele Sozialverbände in der Region „harte Zeiten“ auf Bedürftige zukommen. Auch Offenbachs Bürgermeisterin Birgit Simon ist besorgt: „Ein ersatzloser Wegfall wäre für die Einrichtungen und die Betroffenen ein großer Verlust.“

Nach Angaben von Josef Bonn vom Deutschen Roten Kreuz in Offenbach stehen alle Einrichtungen, die Zivis beschäftigen, vor neuen Herausforderungen. Dirk Hartmann, Geschäftsführer bei der Arbeiterwohlfahrt in Langen, rechnet mit vielen „kleinen Katastrophen, die sich bei den Leuten abspielen, die auf die Dienstleistungen - z. B. aus dem Mobilen Sozialen Hilfsdienst - angewiesen sind, den viele Zivis zu Minipreisen verrichten“.

Lesen Sie dazu außerdem:

Neue Wege gehen

Wenn die Zivi-Lücke kommt

Nach seiner Einschätzung werden diese Dienste vielfach ersatzlos wegfallen, oder „zu üblichen und damit unbezahlbaren Marktpreisen angeboten“. Jens Ahäuser von der Gewerkschaft Verdi befürchtet massive Auswirkungen auf den Rettungsdienst und den Pflegebereich, da die entstehenden Lücken „nicht durch entsprechende Personalaufstockung kompensiert werden; dies erhöht wiederum den Druck auf vorhandenes Personal“. Ingrid Schmalhorst-Behrend (Behindertenhilfe Offenbach) lenkt den Blick auf steigende Kosten: „Zivis sind für die Dienste einfach konkurrenzlos günstig.“

Unterdessen ergab eine Forsa-Umfrage,  dass 65 Prozent der Bundesbürger den sozialen Pflichtdienst für junge Männer und Frauen befürworten. Gegenrede kommt vom Bundesbeauftragten für den Zivildienst, Jens Kreuter. Er verweist auf verfassungsrechtliche Bedenken und die ablehnende Haltung der Parteien.

Rubriklistenbild: © Pixelio

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare