Verbeugung vor Rudolf Koch

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Ganz oben auf der Leiter: Lukas Wagner, der den Gestaltungswettbewerb für ein neues Stadt-Logo gewonnen hat. Über das Schnäppchen freut sich der Auftraggeber, OB Horst Schneider.

Offenbach - Ob es Rudolf Koch gefallen hätte ? Vermutlich schon. Denn das, was künftig als Logo der Stadt Offenbach verwendet wird, erinnert - von seinem Schöpfer gewollt - an die Arbeit des in Offenbach wirkenden Schriftkünstlers. Von Matthias Dahmer

Der HfG-Student Lukas Wagner hat es entworfen, das kantige „O“, das künftig von Briefbogen über T-Shirts und die Internetseite bis hin zu kommunalen Fahrzeugen alles zieren soll, was zur Stadt Offenbach gehört; zu ihrem „Corporate Design“, wie das Erscheinungsbild in bestem Neudeutsch bezeichnet wird.

Wagner hat sich in einem Gestaltungswettbewerb der HfG gegen 35 seiner Studienkollegen durchgesetzt. Der gebürtige Offenbacher, der in Frankfurt lebt, will sich vom satten Preisgeld in Höhe von 15 000 Euro erst einmal ein Fahrrad kaufen, wie er am Freitagabend nach einer ersten Sprachlosigkeit über den ersten Preis sagte. Platz zwei und drei vergab die Jury an die HfG-Studentinnen Stefanie Kurt und Tetyana Koralchuk.

Die unter dem Einsatz von „Schweiß, Tränen und Geld“ während eines Semesters unter der Regie von HfG-Professor Klaus Hesse entstandenen Konzepte zeugten von ausgesprochener Professionalität, lobte Jurymitglied Professor Uwe Loesch von der Uni Wuppertal.

Er hatte am vergangenen Freitag zusammen mit dem Kommunikationsdesigner Sascha Lobe, OB Horst Schneider sowie Regina Preis von der Stadtwerke Holding und Kai Bergmann, Bergmann- studios Frankfurt, im Klingspormuseum die Vielfalt der insgesamt 38 Wettbewerbsbeiträge bewertet. Loesch betonte, die Stadt habe mit dem Ankauf des Siegerentwurfs ein echtes Schnäppchen gemacht. Denn mit den 15 000 Euro sind gleichzeitig die Nutzungsrechte für das neue Logo abgegolten. Eine Profi-Agentur, so Loesch, hätte allein für den Entwurf um die 50 000 Euro verlangt.

Was die Stadt indes für die Umsetzung des Konzepts hinblättern muss, ist offenbar noch nicht durchgerechnet. Die Realisierung werde nach und nach erfolgen, sagte Verwaltungschef Schneider.

Im Nachbarstädtchen Mühlheim, das sich vor einigen Monaten einen neuen Auftritt von der HfG hat verpassen lassen, hakt es, wie zu hören war, derzeit aus Geldmangel an der Verwirklichung der neuen Logo-Idee.

Dass für Offenbach ein neues Erkennungszeichen her muss, ist für Horst Schneider keine Frage. Schließlich hat das nüchterne und schnörkellose „OF“ schon 32 Jahre auf dem Buckel.

Glück, Stolz und Dankbarkeit“, empfand Dr. Stefan Soltek, Leiter des Klingspormuseums, angesichts der Tatsache, dass das Thema Schriftgeschichte markant im neuen Logo vorkommt.

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