Verbindung erregt Verdacht

Offenbach (tk) - Zur Diskussion über die Zukunft des Offenbacher Klinikums gehört auch Vergangenheitsbewältigung, besonders wenn Entscheidungen früher Tage nachwirken.

Erich Strüb, von seiner SPD eigentlich ausgemustert, dank Wählerstimmenhäufung aber erneut Stadtverordneter, gehört zu jenen, die unangenehme Fragen stellen. In einem auch an die Fraktionen versandten Brief fordert er jetzt die Stadtverordnetenvorsteherin Sieglinde Nöller (CDU) auf, einen unabhängigen Prüfer zu beauftragen: Der soll ermitteln, ob seinerzeit nach Recht und Ordnung verfahren wurde, als sich eine Offenbacher Sanitätsfirma auf dem Klinikgelände ansiedeln und damit die lukrative Nachsorge vieler Patienten übernehmen durfte.

Laut Strüb gibt es Verbindungen, die eine Überprüfung verlangen: Die Inhaberin sei seines Wissens inzwischen mit dem früheren Krankenhaus-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt verheiratet, die Vergabe sei kurz vor der Heirat erfolgt. Für den Genossen Strüb wäre das „höchst peinlich geschmäcklerisch“.

Bei dem überlassenen Gebäude handelt es sich um den ehemaligen Mitarbeiter-Kindergarten. Als Ersatz wurde ein Neubau in der Rosenaustraße errichtet.

Strüb will nun wissen, ob der Aufsichtsrat dem Geschäft mit der Sanitätsfirma zugestimmt hat, ob Konkurrenzangebote eingeholt worden sind, ob dadurch dem Klinikum Finanzmittel entzogen wurden und ob die Firma das Gebäude ausschließlich für Nachsorge-Aufgaben wie Wundbehandlungen oder die Versorgung mit Gehhilfen oder Prothesen nutze.

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