Dem Verein seinen Stempel aufgedrückt

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Bürgermedaille in Silber für Klaus Walther, den Chef des Theaterclubs Elmar

Offenbach - „Sie haben mich komplett überrascht. Ich bin baff. Ich habe fast keine Spucke mehr. “ Klaus Walther musste seine Verblüffung nicht mimen – der Elmar-Chef war tatsächlich völlig von den Socken. Von Markus Terharn

Während mancher, den eine verdiente Ehrung ereilt, vorzeitig Wind davon bekommt, war die Geheimhaltung diesmal gelungen: Im Verlauf der Gala zum 100-jährigen Bestehen des Theaterclubs Elmar zeichnete Oberbürgermeister Horst Schneider den langjährigen Vereinsvorsitzenden am Samstagabend mit der Bürgermedaille in Silber aus. Es ist die höchste Auszeichnung, welche die Stadt Offenbach vergeben kann.

Die Bürgermedaille in Bronze hat Walther bereits 1994 erhalten; als Dank und Bitte, wie Schneider ausführte – Dank für geleistete Arbeit und Bitte, nicht nachzulassen. Ausführlich skizzierte der Rathauschef Walthers Engagement in der Elmar-Familie: 49 Jahre aktives Mitglied, 43 Jahre im Vorstand, erst als Jugendleiter, danach als stellvertretender, seit nunmehr 25 Jahren als erster Vorsitzender. Er habe dem Verein seinen Stempel aufgedrückt. „Die Elmar-Weihnachtsmärchen sind seine ureigene Schöpfung und aus Offenbach nicht mehr wegzudenken“, lobte Schneider den Geehrten. Wahrscheinlich war kaum jemand im Capitol, der noch nicht erlebt hat, wie Walther als „Onkel Pimpel“ im damaligen Goethetheater die Strickleiter vom Balkon herabkletterte.

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Schneider würdigte Walthers Aktivitäten als Regisseur, in der Jugendarbeit, im Landesverband Hessischer Amateurbühnen, in Schulungen für Kinder und Erwachsene, im Schultheater und im Organisationskomitee. Er erinnerte auch an die sonstigen ehrenamtlichen Tätigkeiten des 63-Jährigen, der seine Brötchen im Vertrieb unserer Zeitung verdient: So war Walther Fastnachtsprinz in Lederanien, Ministerpräsident und Vorsitzender des Offenbacher Karnevalvereins (OKV) und aktiv im Bürgerausschuss für das Seniorenfest, ist Mitglied der städtischen Kulturkommission. Nicht zuletzt erwähnte das Verwaltungsoberhaupt den tragischen Unfall während einer Märchenaufführung. „Sofort gründete Klaus Walther einen Verein zu Gunsten der Unfallopfer und sammelte Spenden. Bis heute hält er Kontakt zu dieser Familie.“

Der sichtlich gerührte Walther nahm die Auszeichnung dankend an und betonte: „Ich teile sie mit allen Elmarianern!“ Spontan versprach er: „Wir spielen noch bis 150, und dann geht es weiter, immer weiter.“ Zu seiner persönlichen Zukunft hatte er indes zuvor angekündigt, dass diese Amtsperiode seine letzte sei. Im kommenden Frühjahr muss der Theaterclub Elmar sich einen neuen Vorsitzenden suchen. Am Rande der Gala ließ der junge stellvertretende Vorsitzende Daniel Thomas seine Bereitschaft erkennen, über eine Kandidatur nachzudenken.

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