Bummel durch Offenbach

Verkaufsoffener Feiertag: Mehr als eine Modenschau

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Die Offenbacherin Viviana Grisafi, im Finale der RTL-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ knapp gescheitert, lockte ihre Anhänger ins zentrale Einkaufszentrum. Ein echter Höhepunkt für alle Besitzer eines Smartphones...

Offenbach - Das sonnige Feiertagswetter nutzten einige Tausend Menschen am 3. Oktober für einen Bummel durch Offenbach. Von Harald H. Richter 

Bis zum frühen Abend waren in der Innenstadt und an der Peripherie Läden, Kaufhäuser und Einkaufszentren geöffnet – zumal der Handel mit Sonderangeboten lockte. Auch wenn Roland Nowak vom Lenkungskreis der Innenstadt-Initiative Karree und KOMM-Centermanager Frank Middendorf an diesem Nachmittag einander nicht begegnen, ist ihnen die Einschätzung gemein: Der verkaufsoffene Feiertag in Offenbach lässt die Kassen klingeln. „Es läuft gut“, kommentiert Nowak das Geschehen, während er den Blick über den Aliceplatz schweifen lässt.

Gehaltseingang und Preisnachlässe bis zu 50 Prozent: Das befeuert viele, zumal ein buntes Kinderfestprogramm vor allem Familien in die Fußgängerzone lockt. Eine Hüpfburg mit Rutschbahn ist aufgebaut, ein Spielepark bietet Mädchen und Jungen vielfältige Möglichkeiten, sich zu beschäftigen, während die Eltern Besorgungen erledigen. Mutige Dreikäsehochs bieten beim Elektro-Bullenreiten in Wildwest-Manier der Fliehkraft Paroli, indes Annette Ellinghaus-Balasa vor Beginn ihrer stündlichen Aufführungen im offenen Theaterzelt in viele erwartungsvolle Kinderaugen blickt. Die Frankfurterin vom Tri-Tra-Puppentheater lässt den spaßigen Affen Wusel Pusel auftreten und lüftet das Geheimnis um Talalu. Karree-Mitarbeiter verteilen überall auf dem Platz Gratis-Fahrscheine fürs Karussell.

Gelungene Auftritte legen nebenan im KOMM Kimberley, Michele, Dennis und Co. bei drei Center-Schauen hin. „Wir sprechen bewusst nicht von Modenschauen“, sagt Manager Frank Middendorf, „denn es wird mehr geboten als Mode.“ Schuhe, Schmuck und Mobilfunkzubehör, Bücher, Bürobedarf und Geschenkartikel. Die ganze Palette dessen wird vorgeführt, was die gut 40 Geschäfte unter dem gemeinsamen Dach des Einkaufszentrums im Herzen Offenbachs zu bieten haben.

Bilder: Verkaufsoffener Feiertag in Offenbach

Moderiert von Sven Mayer, präsentieren die Models und Dressmen den Querschnitt nicht etwa auf dem klassischen Laufsteg, gleichwohl auch ein roter Teppich ausgelegt ist, sondern nutzen die neueste Errungenschaft des Centers als Catwalk: die beiden Rolltreppen am Eingang Große Marktstraße. Eine große Kunstlichtkuppel mit 200 zusätzlichen Lampen sorgt für stärkere Leuchtkraft, ihre Wirkung setzt die wechselnden Shows umso effektvoller in Szene.

Ungebrochene Anziehungskraft auf potenzielle Kundschaft übt auch das Ring-Center aus. Dort haben die Geschäftsleute ebenfalls Gewinnspiele, Aktionen und Shows vorbereitet, lohnen Preisabschläge den Besuch. Auf dem Freigelände wirbt die Energieversorgung Offenbach für mehr Elektromobilität. EVO-Mitarbeiterin Nadine Seitz und ihr Team haben einen Segway-Parcours aufgebaut und bieten Neugierigen die Gelegenheit, das vielen noch unbekannte Gefährt auszuprobieren. „Ein schönes Gefühl“, fasst der Offenbacher Lothar Feuerstein nach ein paar Proberunden seine Eindrücke zusammen. Sohn Marlon freilich darf nur zuschauen und sich darauf beschränken, des Papas Kurvenfahrt mit dem Smartphone aufzunehmen. „Da unsere Segways für den Straßenverkehr zugelassen sind, muss man mindestens eine Mofa-Fahrerlaubnis nachweisen“, erklärt Seitz und muss daher manche Bitte aus Kindermund abschlägig bescheiden.

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Doch für die Kleineren gibt es trotzdem Kurzweiliges, etwa Fahrten auf der Elektroscooter-Bahn oder Sprünge auf dem Bungee-Trampolin. Neben diesen und weiteren Kinderbelustigungen lassen sich die jungen Besucher kostenlose Zuckerwatte und Gratisportionen Popcorn natürlich nicht entgehen. Auf der Bühne heizen Leadsänger Boshy, Gerry an der Gitarre, Bassist Vince und Billy am Schlagzeug dem Publikum ein. Die Musiker der seit 15 Jahren bestehenden Band „Frankfort Special“ verkörpern pure Energie und sorgen mit ihrem allzeit überdauernden Rockabilly für den nötigen Druck im Kessel. Von arrangierten Hits der 50er- und 60er-Jahre bis zu eigenen Kompositionen reicht ihr mitreißendes Repertoire.

Kein Wunder, dass so mancher Zuschauer die Einkaufstüten einen Moment abstellt, um im Takt mit zu swingen. Besser kann ein Einkaufstag kaum ausklingen.

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