Gerne die Kunden bedient

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Der verkaufsoffene Sonntag in der Offenbacher Innenstadt stieß auf Interesse bei Groß und Klein, wenngleich deutlich weniger als im vergangenen Jahr.

Offenbach - Dass der verkaufsoffene Sonntag im Januar vergangenen Jahres kaum zu knacken sein würde, damit hatten die Offenbacher Geschäftsleute schon im Vorfeld gerechnet. Kalendarisch glänzend lag da der erste Einkaufssonntag des Jahres am 2. Januar. Von Silke Gelhausen

Der häusliche Feiertagsrausch verlangte nach Abwechslung und Gutscheine wollten eingelöst werden. Dem Modehaus M. Schneider bescherte er sogar den besten Umsatz, der jemals an einem letzten Tag der Woche gemacht wurde. Gestern hingegen zeigte sich die Innenstadt wieder auf einem normalen Niveau, und den einen oder anderen Kunden aus 2011 hätte man gerade den kleineren Geschäften schon gewünscht.

Uli Schmittinger, Inhaberin von Schuh-Pauthner, betrachtet den fehlenden Kaufrausch gelassen: „In der ersten Stunde ist immer wenig los und das vergangene Jahr war einfach eine Ausnahme.“ Dafür ist das Traditionshaus in der fünften Generation bei fehlendem Schnee und Frost schon voll auf Frühling eingestellt. „Am Freitag und Samstag haben wir die ersten hochwertigen Sandalen verkauft“, freut sich Schmittinger. Auch der Nachbar, Optik Lotz, baut schon auf die warme Jahreszeit: „Dann läufts an Sonntagen generell besser.“ Mitarbeiter Bernd Kimmel hat darüber so seine eigene Theorie: „Im Januar sind Versicherungen fällig und der Weihnachtseinkauf hat die Haushaltskassen geleert. Da rettet auch der Monatsanfang die Finanzen nicht mehr!“ Die Theorie, dass die frisch umgebauten Einkaufscenter Main-Taunus und Nordwest sowie die großen Nachbar-Innenstädte Frankfurt und Hanau gestern Kundschaft abziehen, ist ohnehin unbestritten.

Offenbach den Vorzug vor Hanau gegeben

Aber auch bei leerer Kasse lohnt ein Besuch in der Offenbacher Innenstadt. Ein echter Hingucker sind nämlich die Icebreakers der Stadtgarde mit ihren neuen 18.000-Euro-Kostümen aus der Schweiz. Ihre gewohnt routinierte Guggemusik nimmt es außerdem mit jedem Winterblues auf.

Das eine oder andere verspätete Geschenk ergatterten sich Schnäppchenjäger gestern in der Fußgängerzone. Fotos: bg

Erster Sektempfang bei Galeria Kaufhof um halb Zwei: Jutta und Emil Fuchsberger aus Obertshausen haben diesmal Offenbach statt Hanau den Vorzug gegeben. Jutta: „Wir sind sonst nicht so die Shoppingtypen und wollen uns einfach mal treiben lassen. Am Sonntag hat man nicht so das Gefühl, im Trubel unterzugehen.“ Auf das eine oder andere Bekleidungsschnäppchen haben sie es trotzdem abgesehen. „Emil braucht dringend ein neues Jacket“, sagt seine Ehefrau. Entgegen vorherrschenden Klischees gibt es übrigens auch Menschen in der Branche, die gerne sonntags für den Kunden da sind, anstatt den Tag mit der Familie zu verbringen. Elke Meth-Geis, gestern für die gefüllten Schaumweintulpen zuständig, ist eine von ihnen. „Sonntage sind schön“, findet die Kaufhof-Mitarbeiterin, „ich bin sonst von Montag bis Freitag in der Verwaltung tätig und genieße heute sehr den Kundenkontakt!“

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