Verkaufsstände vor dem Aus

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Noch läuft das Geschäft von Hakan Söyler. Ende des Jahres erlischt seine Erlaubnis, in der Fußgängerzone Obst und Gemüse zu verkaufen. Wie es beruflich für ihn und einen weiteren Händler auf dem Hugenottenplatz weitergeht, ist unklar.

Offenbach - Die Verkaufsstände für Obst und Gemüse in der Fußgängerzone, die mehr als zehn Jahre wegen fehlender anderer Einkaufsmöglichkeiten den Bedarf der Kundschaft in der City deckten, sollen weg. Von Matthias Dahmer

Das Ordnungsamt erteilt die Sondernutzungerlaubnis nur noch bis Jahresende. Begründung: Mittlerweile gibt es mehrere Lebensmittelläden in der Innenstadt. Konkurrenz belebt das Geschäft, heißt es. Hakan Söyler kann darüber nur verbittert lächeln. Seit sieben Jahren betreibt der 30-Jährige den Obst- und Gemüsestand in der Fußgängerzone an der Ecke Aliceplatz/ Frankfurter Straße. Hat sich mit seinem Freiluft-Angebot eine Existenz aufgebaut. Nun steht er vor dem Aus.

„Satzung der Stadt Offenbach am Main über Sondernutzungen an öffentlichen Straßen und über Sondernutzungsgebühren“ heißt die rechtliche Keule, mit der die Stadt Söyler Ende des Jahres in die Knie zwingt. Und nicht nur ihn. Auch am Stand auf dem Hugenottenplatz, neben der Stadtkirche, blicken Arif Balikci und sein Mitarbeiter in eine ungewisse Zukunft.

Dabei war es genau diese Satzung, welche vor mehr als zehn Jahren den Aufbau der Stände erst ermöglichte. Damals waren die kleinen Händler mit ihrem Frische-Angebot willkommen. Gab es doch nach Schließung der Lebensmittelabteilung im Untergeschoss des Kaufhofs keine Möglichkeit mehr, in der Innenstadt Obst und Gemüse einzukaufen. Es lag ein „besonderes öffentlichen Interesse, ein fehlendes Angebot im Umfeld trotz entsprechender Nachfrage“ vor, wie Ordnungsamtsleiter Peter Weigand aus der Satzung zitiert.

Die Zeiten haben sich geändert. Tegut, die Discounter Aldi und Penny sowie Rewe sind in der City zu finden, „die Voraussetzungen für die Erteilung einer Sondernutzungerlaubnis sind nicht mehr gegeben“, argumentiert Peter Weigand gnadenlos formal. Der Frage, ob seine Behörde von sich aus die beiden Verkaufsstände verbietet oder die Lebensmittelketten Druck gemacht haben, weicht der Amtsleiter aus. Er weist lieber darauf hin, dass die Waren an den Ständen in der Fußgängerzone bei einer Gebühr von 2,50 Euro pro Quadratmeter und Woche billiger angeboten werden könnten als in den Länden, die ja schließlich Miete zu zahlen hätten.

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