Provisorium bis zum Bau von versenkbaren Pollern

Verkehrsberuhigung am Wilhelmsplatz beschlossen

Mit dem Durchgangsverkehr in der östlichen und westlichen Seitenstraße des Wilhelmsplatzes soll Schluss sein.
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Mit dem Durchgangsverkehr in der östlichen und westlichen Seitenstraße des Wilhelmsplatzes soll Schluss sein.

Er ist unzweifelhaft die „gute Stube“ und das Aushängschild der Stadt: der Wilhelmsplatz. Dass dort im Gegensatz zu vergleichbaren Orten in anderen Städten Autos zugelassen sind, wurde über Jahre von verschiedenen Seiten moniert – lange vergeblich. Interessanterweise führten erst die Corona-Pandemie und der Wunsch nach mehr Abstand unter den Besuchern zu einem Umdenken:

Offenbach - Im vergangenen Sommer wurde die testweise Sperrung der östlichen und westlichen Seitenstraßen angekündigt, ein Marktforschungsinstitut beauftragt, Anwohner, Bürger und Geschäftsleute dazu zu befragen. Das Ergebnis überraschte nicht: Der Platz solle weitgehend autofrei sein, so die Mehrheit der Befragten.

Am Donnerstag haben die Stadtverordneten die Verkehrsberuhigung des Platzes beschlossen – und da das Thema die Offenbacher lange und intensiv beschäftigte, schlug fast jede Fraktion emotionsgeladene Töne an: Fast jeder Redner beeilte sich zu erklären, dass man den Wilhelmsplatz „liebe“.

Allerdings zeugten gleich drei, teils nur wenige Stunden zuvor eingebrachte Ergänzungs- und Änderungsanträge davon, dass hier mit der heißen Nadel gestrickt wurde. So musste die Ampel-Koalition ihren ursprünglichen Antrag selbst abändern, da der Erhalt der Behindertenparkplätze vor den Gaststätten darin vergessen wurde, was Freie Wähler und CDU in eigenen Anträgen monierten.

Wie berichtet, sollen künftig versenkbare Poller dafür sorgen, dass sich der Autoverkehr in den Seitenstraßen deutlich verringert: Nur noch Anwohner und Menschen mit berechtigtem Interesse, etwa Anlieferer oder Pflegedienste, dürfen dann durchfahren. An Markttagen gilt die Sperrung erst ab 11 Uhr, damit Kunden vorfahren können. Da die bauliche Umsetzung der Poller jedoch voraussichtlich bis Mitte kommenden Jahres Zeit braucht, wurde bis dahin eine Provisoriums-Regel beschlossen: Mit Hinweisschildern, Absperrungen und Kontrollen sollen die Seitenstraßen autofrei werden. Die durch wegfallende Parkplätze frei werdenden Flächen sollen die Aufenthaltsqualität erhöhen.

Allerdings: Schon bei der testweisen Sperrung erreichten unsere Redaktion zahlreiche Zuschriften, dass die Absperrung ignoriert würde. Auf die Stadtpolizei dürfte somit bis zum Bau der Poller viel Arbeit zukommen.

Von Frank Sommer

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