Mobilitätswende

Verkehr in Offenbach: Was die Stadt bis 2035 plant – Bürger dürfen mitentscheiden

Der neue Verkehrsentwicklungsplan soll den Bedürfnissen alle Verkehrsteilnehmer Rechnung tragen. Ziel ist dabei auch, die wachsende Blechflut in der Stadt einzudämmen.
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Der neue Verkehrsentwicklungsplan soll den Bedürfnissen alle Verkehrsteilnehmer Rechnung tragen. Ziel ist dabei auch, die wachsende Blechflut in der Stadt einzudämmen.

In Offenbach will die Stadt den nächsten Schritt bei der Verkehrswende gehen. Erste Details sind nun bekannt. Auch die Bürger dürfen mitentscheiden.

Offenbach – Zu den Bereichen, die einem massiven Wandel unterworfen sind, gehört die Mobilität. Die Ziele bei Klimaschutz und Luftreinhaltung sowie die sich verändernden Bedürfnisse bei der Fortbewegung insbesondere in den Städten erfordern neue Strategien.

Diese soll der Verkehrsentwicklungsplan 2035 (VEP 2035) für Offenbach liefern. Nach dem Grundsatzbeschluss im Januar 2021 durch die Stadtverordneten und dem anschließenden europaweiten Ausschreibungsverfahren hat der Magistrat am 7. Oktober die Vergabe der Planungsleistung an ein Ingenieurbüro beschlossen. Wie Verkehrsdezernent Paul-Gerhard Weiß gestern bei der Vorstellung des VEP erläuterte, soll der nun im Detail auszuarbeitende VEP 2035 dem veränderten Mobilitätsverhalten Rechnung tragen: „Wie sich Menschen in der Stadt fortbewegen, unterliegt einem ständigen Wandel. Der neue Verkehrsentwicklungsplan berücksichtigt die heutigen und künftigen Mobilitätsbedürfnisse“ so Weiß.

Offenbach: Ausbau von Elektromobilität und Radverkehr

Dabei sei zu denken an Elektromobilität, den Ausbau des Radverkehrs, Sharing-Angebote sowie die Verknüpfung mit dem öffentlichen Nahverkehr. Weiß: „Das Ziel, weniger CO2 und Luftschadstoffe durch Verbrennungsmotoren zu produzieren, nimmt eine wichtige Rolle im neuen Plan ein. Es geht dabei immer auch darum, eine Kehrtwende beim wachsenden Autoverkehr zu erreichen. Nur durch die Nutzung alternativer Angebote kann ein Verkehrskollaps in verhindert werden.“

Für die Erarbeitung des VEP 2035 erhält Offenbach im Zuge des Förderprogramms „Saubere Luft“ vom Bund 300. 000 Euro. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 544 .000 Euro. Da die Stadt an die Richtlinien und Zeitfenster des Fördergebers gebunden ist, soll die Erstellung des Plans Ende 2022 abgeschlossen sein.

Offenbach: Verkehrsplan aus 2015 zu mehr als 80 Prozent umgesetzt

Als Grundlage für die Ausarbeitung des VEP dient der bislang noch gültige Verkehrsmanagementplan (VMP) aus dem Jahre 2015. Dessen Erfolge, so wurde gestern betont, seien beispielsweise bei den Maßnahmen für den Radverkehr sichtbar, die zu mehr als 80 Prozent umgesetzt seien. Ebenfalls die Ziele des VMP erfüllten der mittlerweile fast vollständig abgeschlossene barrierefreie Ausbau aller Bushaltestellen sowie die aktuell in der Umsetzung befindliche Erneuerung der Steuergeräte von Ampelanlagen für eine Verflüssigung des Verkehrs.

Im Zuge sich weiter entwickelnder Technologien und der angestrebten Verkehrswende sind nun aber Anpassungen der Planungen erforderlich. Verkehrsthemen sollen im VEP unter Einbeziehung aller Verkehrsteilnehmer betrachtet werden. Neue Themenfelder, die im VEP behandelt werden, sind unter anderem Umweltauswirkungen unter Einbezug von Klimaschutz, Lärm, Luftschadstoffen und Flächenverbrauch, alternative Mobilitätskonzepte, oder auch die Digitalisierung des Verkehrs.

Offenbach: Bürgerbeteiligung am Verkehrskonzept geplant

Bei der Erstellung des VEP 2035 ist eine breite Bürgerbeteiligung geplant. „Wir wollen dabei unter anderem wissen, was die Menschen benötigen, damit sie bereit sind, beispielsweise auf das Auto zu verzichten und sich nachhaltig in der Stadt zu bewegen“, sagt Paul-Gerhard Weiß. Geplant ist unter anderem ein Projektbüro als zentrale Anlaufstelle, in dem sich die Bevölkerung informieren, Fragen stellen und Hinweise geben kann. Darüber hinaus sind mehrere Mobilitätsforen in den Stadtteilen vorgesehen. (Matthias Dahmer)

Zuletzt gab es Ärger um Elektrobusse in Offenbach. Eine Steigung am Bieberer Berg schafften die Fahrzeuge nicht.

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