Verkehrsminister Al-Wazir gegen „Schnellschüsse“ bei der geplanten Lärmpause

Geplante Lärmpause: Die verflixte siebte Stunde

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Offenbach - Erst im Frühjahr oder Sommer 2015 könnte es am Flughafen Frankfurt weniger Lärm geben. Sieben Stunden Pause vom Fluglärm, wie im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen versprochen, hält Fraport-Chef Stefan Schulte innerhalb von 15 Monaten für realisierbar.

Ähnlich hat sich auch Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) geäußert. Im Landtag wird der Minister heute seine Vorgehensweise bei der Umsetzung des Sieben-Stunden-Korridors erläutern. „Schnellschüsse wird es in dieser Sache sicherlich nicht geben“, hieß es gestern im Ministerium.

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Schon im Interview mit unserer Zeitung hatte Al-Wazir angedeutet, wie komplex die Erweiterung der Lärmpause ist. Flughafenexperten sprechen bereits von der „verflixten siebten Stunde“. Der Minister zum Vorhaben: „Es geht um wechselnde Nutzung der Landebahnen - davon werden schon eine Menge Anwohner profitieren. Aber es werden jeweils unterschiedliche Anwohner - zu unterschiedlichen Zeiten sein; die einen werden von 22 bis 5 Uhr, die anderen von 23 bis 6 Uhr Ruhe haben.“ Möglich gemacht werden soll dies durch den abwechselnden Verzicht auf die Nutzung einzelner Bahnen.

Viele Kommunen wollen vor allem in den Morgenstunden Entlastung. Ein Beispiel verdeutlicht die Probleme: Wenn vielen in Offenbach und Neu-Isenburg morgens eine Stunde länger Ruhe (zwischen 5 und 6 Uhr) verschafft werden soll, müsste bei Westwindlage (dreiviertel des Jahres) auf die Südbahn verzichtet werden; die Jets müssten ausschließlich auf der Nordwestbahn herunterkommen. Die (Lärm-)Folgen würden die Bewohner von Sachsenhausen und Nieder- bzw. Oberrad zu spüren bekommen. Übrigens: Wer wissen möchte, aus welcher Richtung der Flieger wahrscheinlich in den nächsten Tagen kommen wird, kann einen besonderen Service nutzen. Auf der Seite www.forum-flughafen-region.de verschafft das Angebot „Betriebsrichtungsprognose“ wertvollen Einblick.

psh

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