Auftaktveranstaltung zum Masterplan

Masterplan: Verlässlicher Rahmen für alle

Viel Andrang herrschte am Freitagabend bei der Auftaktveranstaltung zum Masterplan in der Alten Schlosserei. Wer mitwirken möchte, kann sich ab sofort per Online-Befragung einbringen. Ziel ist, das Bild der Bürger von ihrer Stadt zu ermitteln. - Foto: Georg Mit zirka 400 Interessenten hat der Auftaktabend für das Projekt Masterplan die Erwartungen übertroffen. Nun ist es an den Bürgern, den angeschobenen Beteiligungsprozess annehmen.

Offenbach - „Das Morgen gemeinsam gestalten“, so beschreibt Oberbürgermeister Horst Schneider die ambitionierte Aufgabe und den Prozess, der in den kommenden Monaten mit möglichst großer Bürgerbeteiligung Fahrt aufnehmen soll. Von Harald H. Richter 

Wohnen, Arbeiten, Wirtschaften – drei Leitworte, zu denen der Masterplan Offenbach Entwicklungsziele bis 2030 definieren und konkrete Handlungsoptionen festschreiben soll. Ziel sei die Schaffung eines verlässlichen Rahmens, damit Investoren, Unternehmen und einkommensstarke Haushalte in Offenbach ansässig werden können, betont der Verwaltungschef.

Nach und nach füllen sich die Anschlagtafeln an der Hallenstirnseite mit Haftzetteln, auf denen erste Vorschläge, Ideen und Visionen zur Entwicklung und Gestaltung Offenbachs plakatiert werden. Auch Ulrike Braun hat darauf ihre Vorstellungen für eine lebenswertere Stadt notiert. Die gebürtige Offenbacherin, nach Jahren aus der Frankfurter Diaspora heimgekehrt, formuliert ihren persönlichen Masterplan.

„Das Aussehen der Innenstadt muss sich verbessern. Das fängt schon beim unansehnlichen Rest der einstigen Fußgängerbrücke am Marktplatz an“, weist sie auf einen Schandfleck hin. „Auch das Radwegenetz ist ausbaufähig.“ Ein Mütterzentrum als Stätte der Begegnung mit Bildungsofferten schwebt ihr ebenfalls vor. Daneben erwartet Braun ein attraktiveres Kaufangebot im Zentrum, das nicht von Billigtextilern und Ein-Euro-Läden geprägt sein dürfe.

Einkommensstarke Bevölkerungsschichten locken

Ähnlich sehen es auch andere Teilnehmer an der Masterplan-Auftaktveranstaltung am Freitagabend in der EVO-Halle Alte Schlosserei. „Einkommensstarke Bevölkerungsschichten lassen sich nur nach Offenbach locken, wenn sie bei uns interessante Läden finden“, meint Joachim Werner. „Und eine breit gefächerte Kulturlandschaft“, ist eine andere Zuhörerin überzeugt.

Kaufkraftstärkung und Wirtschaftsbelebung sind Stichworte für Frank Achenbach, Geschäftsführer des Vereins Offenbach offensiv. Zusammen mit dem Leiter des kommunalen Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement, Markus Eichberger, wirft er im Gespräch mit Moderator Dr. Oliver Merker einen Blick voraus. Seine Crossmedia-Agentur Zebralog hat den Teilhabeprozess entwickelt.

Strategisch-analytisch äußern sich indes Stefan Kornmann und Jana Hertelt vom Frankfurter Planungsbüro Speer & Partner, das langjährige Erfahrung bei der Erstellung von Masterplänen mitbringt. Ihr Chef, der renommierte Alt-Sachsenhäuser Architekt Professor Albert Speer, begleitet nach eigenem Bekunden seit 50 Jahren aktiv Entwicklungsprozesse im Rhein-Main-Gebiet, das zu den wirtschaftlich potentesten Regionen Deutschlands zählt und höchste Lebensqualität auch im internationalen Vergleich aufweist.

Handlungsfähigkeit behalten

In diesen Kontext gestellt, müsse Offenbach handlungsfähig bleiben und seinen Platz zukunftsfähig entwickeln. „Für das Erreichen dieses Ziels wollen wir uns alle Beine ausreißen“, versichert der 80-Jährige Stadtplaner.

Mehr Informationen gibt es unter: www.masterplan-offenbach.de

Alfred Clouth, Vorsitzender des Vereins Offenbach offensiv, sieht reichlich Entwicklungspotenzial für die Stadt und erachtet verlässliche Leitplanken als wichtig. „Mit der IHK als Interessenvertretung von fast 40 000 Unternehmen aus Stadt und Kreis haben wir einen wichtigen Partner an unserer Seite.“ Auch Institutionen wie Offenbacher Projektverwaltungsgesellschaft, EVO, Sparkasse und Fraport begleiten den Prozess.

Die Berliner Agentur Ballhaus West soll den Kommunikationsprozess mit einer Kampagne begleiten, Zebralog sorgt für die crossmediale Bürgerbeteiligung. Auf deren erste Initiative hin gingen zahlreiche Bewerbungen für die Stellen der zehn Bürgervetreter ein, die noch während der Auftaktveranstaltung per Los ermittelt wurden. Unisono heißt es am Ende des Abends: „Packen wir’s an!“

Rhein-Main: Hier liegt der Müll am Straßenrand

Rhein-Main: Hier liegt der Müll am Straßenrand

Kommentare