Verlobte fast zu Tode geprügelt

Offenbach (mad) ‐ Weil er seine Lebensgefährtin fast zu Tode geprügelt hat, schickte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Manfred Beck einen 37 Jahre alten Jugoslawen für drei Jahre ins Gefängnis.

Der durch den Krieg staatenlos gewordene Mann, der auf dem Bau arbeitete und zur Tatzeit alkoholabhängig war, hatte die 38-Jährige, mit der er ein Kind hat, im Januar und März dieses Jahres so geschlagen, dass sie im Krankenhaus behandelt werden musste.

Bei Aufdeckung der Tat kam der Zufall zur Hilfe: Am 12. Januar hielten sich Polizisten in der Notaufnahme des Klinikums auf, als die 38-Jährige mit mehreren Knochenbrüchen und blauen Flecken eingeliefert wurde. Sie gab an, sie habe ein Verhältnis mit einem verheirateten Mann gehabt und sei in flagranti von dessen Ehefrau erwischt worden. Die habe mit einem Baseballschläger auf sie eingeschlagen.

Die Geschichte erschien den Beamten unglaubwürdig, zumal die Frau den Namen des Liebhabers nicht nennen wollte. Bei näherer Befragung stellte sich heraus, dass die Frau mit dem Angeklagten zusammenlebte, der der Polizei bekannt war, weil er wegen Gewaltdelikten bereits mehrere Jahre im Gefängnis gesessen hatte. Der 37-Jährige gestand, seine Verlobte aus Eifersucht und unter Einwirkung von Alkohol verprügelt zu haben.

Er sagte zu ihr, er würde nie wieder trinken

Aus seinem Verhalten und den Ermahnungen der Polizei zog der Mann jedoch keine Lehre: Am 17. März schlug er betrunken wieder auf die Frau ein und brach ihr dabei das Nasenbein. Der Mann wanderte nun in die Untersuchungshaft. Im Mai wurde er unter Auflagen entlassen. Zuvor hatte seine Verlobte darum gebeten. Er habe ihr zugesichert, niemals wieder etwas zu trinken.

Vor Richter Manfred Beck und seinen Schöffen bat der geständige und mittlerweile dem Alkohol entsagende Angeklagte um ein Bewährungsurteil. Doch zu seinen Lasten gingen nach Ansicht des Gerichts seine Vorstrafen. Zudem hatte er es nicht geschafft, nach der Tat im Januar keine neue Straftat zu begehen. Deshalb bekam er eine dreijährige Freiheitsstrafe aufgebrummt.

Der Angeklagte, der mit dem Urteil des Schöffengerichts sichtlich unzufrieden war, konnte nur von seinem Verteidiger von zu argen Unmutsäußerungen im Gerichtssaal abgehalten werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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