Vermieter bangt um sein unbeheiztes Häuschen

Offenbach - Friedel Wavra hat Angst um sein kleines, an einen Fernfahrer vermietetes Häuschen an der Aschaffenburger Straße. Es steht ein frostiges Wochenende bevor, und ohne Heizung sind Schäden am Gebäude möglich. Von Katharina Platt

Kalt ist es, weil die Energieversorgung Offenbach dem abwesenden Mieter gestern Strom und Gas abgedreht hat. Hausherr Wavra selbst schloss EVO-Männern und Gerichtsvollzieher die Haustür, um zu vermeiden, dass sie sich brachialer Zugang verschaffen mussten. Die Energiezufuhr wurde unterbrochen, die Zähler abmontiert und mitgenommen. Seit langem unbezahlte Rechnungen seien der Grund für den Abbruch der Versorgung, wurde Friedel Wavra knapp erklärt. Der Mieter, der sich zur Zeit beruflich im Ausland aufhält, gab telefonisch zu, mit den Zahlungen im Rückstand zu sein, kann sich die von der EVO angebene hohe Summe jedoch nicht erklären. Er wird erst am Montag wieder in der Stadt sein und erst dann die Situation klären oder seine Schulden begleichen können. Wavra hoffte, drei Tage länger Gas und Strom zu haben, indem er den bestehenden Vertrag auf seinen Namen umschreiben lassen und die Folgekosten übernehmen würde. Doch darauf ging die EVO nicht ein: Erst wenn die ausstehende Summe von über 1500 Euro bezahlt seien oder ein Zahlungsplan erstellt sei, könnten Vermieter und Mieter wieder mit einer Versorgung rechnen.

Wavra, der erst vor kurzem im ebenfalls vermieteten Vorderhaus einen Wasserschaden beheben musste, macht sich Sorgen um das 60 Quadratmeter große Wohnhaus. Bezahlen will er die Schulden seines Vermieters nicht, zumal noch nicht geklärt ist, wie diese hohe Summe zustande kommen konnte.

Die EVO sieht sich im Recht. „Uns sind rechtlich die Hände gebunden“, sagt EVO-Pressesprecher Harald Hofmann. „Mit dem Mieter, nicht mit dem Vermieter habne wir einen Vertrag. Den können wir nicht einfach aufheben und mit jemand anderem weiterführen.“ Die Situation von Herrn Wavra sei bedauerlich, aber der Mieter sei informiert gewesen. Einziger Ausweg wäre die Überweisung der Außenstände gewesen.

Die Erfahrungen Wavras sehen anders aus: „Ich hatte schon viele Mieter. Nie musste einer den Vertrag mit der EVO kündigen. Nach Auszug wurde der einfach auf meinen Namen umgeschrieben, bis ein neuer Mieter kam.“

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