Streit zwischen Eigentümer und Reiter

Die Vermittlung ist gescheitert

Verfahrene Situation: Wie geht’s weiter mit dem Rumpenheimer Reitplatz? - Foto: Georg

Offenbach - Es sieht schlecht aus für den Reit- und Fahrverein Rumpenheim, der den sogenannten Tempelplatz seit etlichen Jahren für seinen Sport nutzt.

Die lokale Bürgerinitiative (BIR), die als Vermittler und Schlichter zwischen Eigentümer und Verein fungieren sollte, ist im Ansatz gescheitert: „Unsere Bemühungen waren leider erfolglos“, sagt BIR-Vorsitzender Bruno Persichilli, der nun auf den Magistrat setzt. „Offenbach will eine Sportstadt sein, da gehört der Reitsport in Rumpenheim dazu.“

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Der Streit zeichnete sich vor gut fünf Jahren ab, als das gut 28.000 Quadratmeter große Grundstück am Tempelplatz den privaten Besitzer wechselte. Seitdem wartet der Reit- und Fahrverein nach eigenem Bekunden auf eine wie auch immer formulierte Zusage, den Platz weiterhin pachten oder mieten zu können. Im Oktober mündet das in eine kurzfristige Absage eines Reitturniers und öffentliche Schuldzuweisungen. Das alles sollte vertraulich unter Mitwirkung der BIR geklärt werden. Daraus wird aber nichts. Persichilli: „Während der Reit- und Fahrverein gern ein solches Gespräch geführt hätte, hat Werner Scheller kein Interesse an einem Gespräch. Er sieht keine Notwendigkeit dafür, er sieht auch keinen Konflikt um die Nutzung des Reitplatzes am Tempel, sondern meint, dass das Pachtverhältnis beendet ist und auch nicht wieder aufleben soll.“ Mithin sehe der Eigentümer sich auf der sicheren Seite: Das Mietverhältnis sei rechtmäßig bereits über mehrere Jahre gekündigt.

Über die Hintergründe des Rumpenheimer Reiterstreits lässt sich allenfalls spekulieren. Fest steht: Eine von vielen Anliegern befürchtete Wohnbebauung des Tempelplatzes ist ausgeschlossen – wegen des dort geltenden Landschafts- und Denkmalschutzes. Letztlich dreht es sich wohl um finanzielle Fragen. Schon 2011 haben sich der Verein, der sich moralisch im Recht sieht und parlamentarischen Beistand von den Grünen („irritiert vom rigorosen Vorgehen“) erfährt, und der Eigentümer nicht über eine Pacht einigen können.

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Vom Tisch scheint außerdem die eher vage Aussicht, dass der Reit- und Fahrverein über einen Kauf des Areals nachdenke. Bereits mit dem Vorbesitzer sollen Verhandlungen über einen Kauf gescheitert sein. Daher sucht der Verein offenbar den Zuspruch der Rumpenheimer: Er will eine Unterschriftenaktion starten. Garantiert wieder dabei ist die Frage nach einem Golfplatz...

mk

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